Erläuterungen zur Bilanz
(28) Finanzschulden
Unter den Finanzschulden werden alle verzinslichen Verbindlichkeiten einschließlich der zum Barwert angesetzten zinslos gewährten Darlehen des Bundes ausgewiesen. Im Einzelnen weisen die Finanzschulden folgende Fälligkeitsstruktur auf:
In Gegenüberstellung zu den Buchwerten ergeben sich zusammengefasst folgende Marktwerte:
| in Mio. € | Buch- wert 2011 | Markt- wert 2011 | Buch- wert 2010 | Markt- wert 2010 |
| Darlehen des Bundes | 2.092 | 2.289 | 2.936 | 3.082 |
| Anleihen | 12.634 | 13.595 | 11.835 | 12.475 |
| Commercial Paper | 202 | 202 | 42 | 42 |
| Bankschulden | 991 | 993 | 1.146 | 1.150 |
| EUROFIMA-Darlehen | 1.153 | 1.222 | 1.153 | 1.224 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 1.270 | 1.426 | 1.424 | 1.557 |
| Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten | 9 | 9 | 17 | 17 |
| INSGESAMT | 18.351 | 19.736 | 18.553 | 19.547 |
Die Unterschiede zwischen den Buch- und den Marktwerten der Finanzschulden sind in den zumeist veränderten Marktzinssätzen für Finanzschulden mit vergleichbarem Risikoprofil begründet. Die sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten weisen infolge kurzer Laufzeiten und demzufolge einer marktnahen Verzinsung keine materiellen Abweichungen zwischen den Buchwerten und den Marktwerten auf.
Die Darlehen des Bundes ergeben sich fast ausschließlich aus Finanzierungen der Bundesrepublik Deutschland für Investitionen in den Ausbau und den Ersatz der Schienenwege. Grundlage hierfür bildet die grundgesetzlich verankerte und im Bundesschienenwegeausbaugesetz (BSchwAG) konkretisierte Verantwortung für die Verkehrsbedürfnisse der Allgemeinheit (Art. 87e Abs. 4 GG). Die Darlehen werden grundsätzlich unverzinslich gewährt.
Die Tilgung der Darlehen ist in Einzel- und Sammelfinanzierungsvereinbarungen geregelt. In der Regel werden die Darlehen in jährlich gleichen Raten zurückgezahlt, deren Höhe sich an den entsprechenden jährlichen Abschreibungsbeträgen der finanzierten Vermögenswerte orientiert.
Die vom Bund gewährten Darlehen haben sich wie folgt entwickelt:
| in Mio. € | 2011 | 2010 |
| Stand zum 01.01. | 2.936 | 3.276 |
| Tilgung | - 954 | - 481 |
| Umgliederungen | 10 | 18 |
| Aufzinsung | 100 | 123 |
| STAND ZUM 31.12. | 2.092 | 2.936 |
Im Berichtsjahr wurden vorfristig Zinslose Darlehen des Bundes mit einem Barwert von 583 Mio. € (Nominalwert: 839 Mio. €) zurückgezahlt.
Ein Darlehen in Höhe von 660 Mio. € ist in vier gleichen Raten jeweils zum Beginn der Jahre 2009 bis 2012 zu tilgen. Für diesen Zeitraum sind die Tilgungsraten – anders als sonst – zu verzinsen.
Die begebenen Anleihen setzen sich aus nachfolgenden Transaktionen zusammen:
Im Jahr 2011 wurden eine fällig gewordene nicht börsennotierte Anleihe der DB AG über 5.000 Mio. JPY (46 Mio. €)sowie vier fällig gewordene börsennotierte Anleihen der Deutsche Bahn Finance B.V. (DB Finance), Amsterdam/Niederlande, über jeweils nominal 300 Mio. CHF (197 Mio. €), 800 Mio. USD (678 Mio. €), 400 Mio. USD (316 Mio. €) und 250 Mio. USD (209 Mio. €) getilgt.
Des Weiteren hat die DB Finance neun neue Anleihen emittiert. Dabei handelt es sich um drei nicht börsennotierte Anleihen über 92 Mio. €, 50 Mio. € und 10 Mio. € sowie um sechs börsennotierte Anleihen über 700 Mio. €, 500 Mio. €, 375 Mio. CHF (323 Mio. €), 1.250 Mio. NOK (160 Mio. €), 836 Mio. HKD (78 Mio. €) und 200 Mio. USD (146 Mio. €).
Die Bankschulden werden in der nachfolgenden Tabelle detailliert:
Der Rückgang der sonstigen Bankschulden resultiert aus planmäßigen Tilgungen sowie hauptsächlich aus vorfristig abgelösten oder umfinanzierten Verbindlichkeiten von DB Arriva.
Bankschulden waren in Höhe von 85 Mio. € (im Vorjahr: 197 Mio. €) besichert. Verbindlichkeiten werden im DB-Konzern grundsätzlich nicht besichert. Besicherte Bankschulden sind akquisitionsbedingt, der Rückgang ist auf die Umfinanzierung von Verbindlichkeiten der DB Arriva zurückzuführen.
Dem DB-Konzern standen per 31. Dezember 2011 garantierte Kreditfazilitäten in einem Gesamtvolumen von 3.871 Mio. € (im Vorjahr: 3.901 Mio. €) zur Verfügung. Davon entfielen 2.505 Mio. € (im Vorjahr: 2.500 Mio. €) auf Back-up-Linien für das 2,0-Mrd.-€-Commercial-Paper-Programm der DB AG und der DB Finance. Keine dieser Back-up-Linien war am 31. Dezember 2011 in Anspruch genommen. Globale Kreditfazilitäten über insgesamt 1.366 Mio. € (im Vorjahr: 1.401 Mio. €) dienen der Working-Capital- und Avalfinanzierung der weltweit tätigen Tochtergesellschaften, überwiegend in den Segmenten DB Schenker Logistics und DB Arriva.
Die Verbindlichkeiten gegenüber der EUROFIMA sind in der folgenden Übersicht detailliert ausgewiesen:
Die Verbindlichkeiten gegenüber EUROFIMA sind aus statutarischen Gründen der EUROFIMA durch Sicherungsübereignung von Eisenbahnmaterial (Fahrzeugen) gesichert.
Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing betreffen mit 397 Mio. € (im Vorjahr: 415 Mio. €) Immobilienleasingverträge über verschiedene Bahnhofsempfangsgebäude der DB Station & Service AG und ein Logistikzentrum der Schenker Deutschland AG in Echingen sowie mit 469 Mio. € (im Vorjahr: 557 Mio. €) Leasingverträge über diverses Rollmaterial (Triebzüge, Lokomotiven, Waggons, Busse). Diese Vereinbarungen wurden im Wesentlichen als Sale-and-Leaseback-Transaktionen zur Realisierung vorteilhafter Finanzierungskonditionen mit deutschen Leasinggebern abgeschlossen.
Die nachfolgende Übersicht enthält Angaben zu den wesentlichen Finanzierungsleasingverhältnissen:
Die vorbezeichneten Finanzierungsleasingverträge über Lokomotiven und Triebzüge sind im Rahmen einer festen Grundmietzeit unkündbar und haben eine maximale Restlaufzeit von sieben Jahren. Der Großteil der Verträge enthält nach Ablauf der Mietzeit für den Leasingnehmer ein Ankaufsrecht zum Restwert beziehungsweise höheren Verkehrswert, wobei die Differenz aus einem den Restwert zum Ende der Vertragslaufzeit übersteigenden Verkehrswert anteilig zu 25% beim Leasinggeber verbleibt und zu 75% an den Leasingnehmer ausgekehrt wird.
Der Rückgang des Finanzierungsleasings über Mobilien resultiert aus planmäßigen Tilgungen sowie im Wesentlichen aus der Ablösung eines Finanzierungsleasingvertrags über Busse in Großbritannien.
Die Finanzierungsleasingverträge für die Bahnhofsempfangsgebäude der DB Station & Service AG haben eine maximale Restlaufzeit von zehn Jahren und sind im Rahmen der festen Grundmietzeit unkündbar. Zum Ende der Vertragslaufzeit verfügt der Leasingnehmer über ein Ankaufsrecht zum Festpreis. Im Falle der Nichtausübung verlängert sich das Mietverhältnis um eine zweite Mietperiode, an deren Ende der Leasinggeber ein Andienungsrecht für die Immobilien gegenüber DB Station & Service AG hat.
Darüber hinaus sind Verpflichtungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen (siehe Anhangziffer (13)) durch Rechte der Leasinggeber an den Leasinggegenständen gesichert. Die Leasinggegenstände haben einen Buchwert von 1.087 Mio. € (im Vorjahr: 1.174 Mio. €).
Die Position »Sonstige« umfasst neben zahlreichen europaweiten Leasingverträgen für Busse und Züge bei DB Arriva unter anderem den Buchwert eines Strombezugsvertrags der DB Energie GmbH in Höhe von 115 Mio. € (im Vorjahr: 122 Mio. €) sowie den Buchwert eines Umrichterwerksvertrags der DB Energie GmbH in Höhe von 52 Mio. € (im Vorjahr: 54 Mio. €). Beide Verträge werden aufgrund der überwiegenden Abnahme durch die DB Energie GmbH sowie der zugrunde liegenden Vertragsdauer gemäß IFRIC 4 in Verbindung mit IAS 17 als eingebettete Finanzierungsleasingverhältnisse (Embedded Financial Leases) klassifiziert.
In den Folgejahren sind im Zusammenhang mit Finanzierungsleasingverhältnissen folgende Zahlungen zu leisten:
Letzte Aktualisierung: 29.03.2012




