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Auf einen Blick

Strategie DB2020+

Um das Thema Qualität noch stärker in den Vordergrund zu stellen, haben wir unsere Strategie DB2020 angepasst: Mit „DB2020+" und dem Ziel „Profitabler Qualitätsführer" zu werden, liegt der Fokus stärker auf der Kundenzufriedenheit.

Seit 2012 konnte unsere bisherige Strategie DB2020 durch breite Kommunikation und vielfältige Instrumente erfolgreich im DB-Konzern etabliert werden.

Der DB-Konzern und hierbei insbesondere die Eisenbahn in Deutschland steht jedoch heute vor gravierenden exter­­­nen und internen Herausforderungen, die eine Weiterentwicklung der strategischen Ausrichtung erforderlich gemacht haben.

Auf externer Seite sind es vor allem ein gestiegener Wettbewerbsdruck im Personen- und Güterverkehr sowie eine höhere Kostendynamik bei Personal und Energie, die den Druck verschärfen. Intern gibt es bei der Qualität dringenden Handlungsbedarf. Dies betrifft vor allem die Pünktlichkeit, die Reisendeninformation und die Serviceleistun­gen im Personenverkehr sowie die Einhaltung von Kundenversprechen im Güterverkehr. Beim Thema digitale Transformation sind erste wichtige Weichen gestellt worden. Hier gilt es jedoch, mehr Tempo und Schlagkraft angesichts der notwendigen Veränderungsgeschwindigkeit zu entfalten. Im Bereich Kul­tur ist vieles erreicht worden, dies muss sich nun auch in höherer Leistungsfähigkeit abbilden.

Der daraus abgeleitete strategische Anpassungsbedarf betrifft die Vision des DB-Konzerns, die Ansprüche und Ziele der bisherigen Strategie DB2020 sowie die Adres­sierung der dringlichsten Handlungsfelder durch die Einleitung zentraler Veränderungsprozesse in den Bereichen Qualität, Digitalisierung und Leistungsfähigkeit. Die im Zu­­­sammen­­hang mit dem Konzernumbau angestoßenen Maßnahmen dienen im Wesent­lichen der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Eisenbahn in Deutschland, der Etablierung wettbewerbsfähiger Kostenstrukturen in der Konzernleitung sowie der Schaffung finanzieller Spielräume für notwendige Investitionen unter Gewährleistung der finanziellen Stabilität des DB-Kon­­­­­­­zerns. Die Option einer Teilprivatisierung von DB Schenker und DB Arriva wird aufgrund veränderter Rahmenbedingungen vorerst nicht weiterverfolgt. Stattdes­­sen konnte mit dem Eigentümer eine alternative Lösung über Eigen­kapital­­erhöhung und Dividendenreduktion erreicht werden, ohne Einschränkungen für die geplanten Infrastruktur­investitionen.

Der Nachhaltigkeitsansatz bildet weiterhin den Rahmen unserer Strategie, mit der Zielsetzung, den Einklang der Dimensionen Ökonomie, Soziales und Ökologie zu erreichen. Unsere Kunden sollen von erstklassigen und umweltfreundlichen Mobilitäts- und Logistiklösungen profitieren, die getragen sind von begeisterten Mitarbeitern und digitaler Kompetenz.

In der veränderten Welt des digitalen Zeitalters, in der es eine hohe Transparenz über die Leistungen von Anbietern gibt, zählt vor allem Qualität. Qualität ist der Schlüssel zum Kunden und damit der Schlüssel zu wirtschaftlichem Erfolg. Dieser Logik Rechnung tragend, haben wir unseren Anspruch in der ökonomischen Dimension der Strategie DB2020 angepasst – vom Profitablen Marktführer zum Profitablen Qualitätsführer. Die An­­­sprüche Top-Arbeitgeber und Umwelt-Vorreiter bleiben bestehen. Darüber hinaus ist eine stärkere Themenfokussierung vor­­genommen und damit einher­gehend das Zielsystem auf acht Top-Ziele reduziert worden.

Um unsere Ziele erreichen zu können, setzen wir an drei zentralen Handlungsfeldern an:

  • der Etablierung einer neuen Qualitätskultur, in der es um eine klare Ausrichtung am Kunden geht, das heißt um operative Exzellenz und Kundenorientierung,
  • dem Aufbau digitaler Kompetenz, um innovative Lösun­­gen für das Kerngeschäft, aber auch Neugeschäft generieren zu können, und
  • der Erhöhung der eigenen Leistungsfähigkeit, wobei es um Verantwortungsübernahme und Leistungsstärke geht.


Die operative Umsetzung der zentralen Handlungsfelder wird mit konzernübergreifenden und geschäftsbezogenen Programmen vorangetrieben.

Von herausgehobener Bedeutung ist dabei das Konzernprogramm Zukunft Bahn. Dessen Hauptziel ist die nachhaltige Qualitätssteigerung in unserem Kerngeschäft, der Eisenbahn in Deutschland. Erste Erfolge sind für unsere Kunden be­­reits spürbar. Im Programm Zukunft Bahn  bewährte Arbeitsweisen sollen ab dem Jahr 2017 in den Geschäftsfeldern verstetigt werden.

Ferner erfolgt im Branchendialog und in internen Competence Centern ein übergreifender Austausch. Die Competence Center richten sich auf die strategischen Handlungsfelder Qualität, Digitalisierung und Leistungsfähigkeit.

Die Digitalisierung  stellt seit Länge­­­­rem ein weiteres zentrales Handlungsfeld des DB-Konzerns dar, denn sie treibt einerseits maßgeblich Veränderungen im Marktumfeld, andererseits erfüllt sie eine Schlüsselfunktion zur Verbesserung der Qualität unserer Leistungen. Wir gehen die Digitalisierung sys­­tematisch in drei Feldern an – mit neuen Angeboten an der Kun­­­denschnittstelle, bei den betrieblichen und administrativen Prozessen sowie mit der Entwicklung neuer datenbasierter Geschäftsmodelle. Hierzu haben wir sukzessive in unseren Geschäftsbereichen Innovations-Labs aufgebaut, Forschungskooperationen etabliert sowie eine Um­­gebung inklusive der neu gegründeten DB Digital Ventures GmbH zur gezielten Förderung von Start-up- und Gründer­­aktivitäten eingerichtet.

Über die Veränderung unserer Arbeitsweisen in den Feldern Kundenorientierung, Verantwortungsübernahme und konzerninterne Zusammenarbeit wollen wir schließlich unsere Leistungsfähigkeit deutlich erhöhen. Unterstützende Maßnahmen sind unter anderem der gezielte Ausbau von Managementfähigkeiten sowie die Optimierung unseres Performance-Managements.

Im Rahmen unseres regelmäßigen Reviews unserer Ziel­größen und -werte haben wir im Berichtsjahr einige Anpassungen an unserem Ziel­system vorgenommen.

Hierauf aufbauend wird die Umsetzung mit konzernübergreifenden und geschäftsbezogenen Programmen vorangetrieben. Auf Konzernebene sind aktuell vier Programme von besonderer Bedeutung: 

Im Sommer 2015 haben wir den größten Konzernumbau  seit der Bahnreform 1994 begonnen. Kernstück ist das Programm Zukunft Bahn. Dieses stellt kon­sequent die Bedürfnisse unserer Kunden und die Qualität unserer Produkte in den Mittelpunkt. Im ersten Schritt wurden Maß­­nahmen erarbeitet, um das Kundenangebot zu optimieren, die Leistungsqualität zu verbessern und die nachhaltige wirtschaftliche Tragfähigkeit sicherzustellen. Seit Januar 2016 befindet sich das Programm in der Umsetzungsphase. Neben einem zentralen Programmmanagement wurden sechs Module (DB Fernverkehr, DB Regio, DB Vertrieb, DB Cargo, DB Netze Fahrweg, DB Netze Personenbahnhöfe) sowie sechs geschäftsfeldübergreifende Module (Pünktlichkeit, Reisendeninformation, WLAN@DB, Ersatzteilversorgung, Werkestrategie und Transformationsinitiative) aufgesetzt.

  • Schwerpunkt von Zukunft Bahn im Be­­richts­­jahr war die kurzfristige Beseitigung der größten Kunden­ärgernisse. Im Fokus standen dabei die fünf Themen Pünktlichkeit, Reisenden­­information, Fahrzeugqualität, Bahnhofsqualität und WLAN@DB.
  • Die Pünktlichkeit  entwickelte sich ins­besondere im zweiten Halbjahr 2016 unter anderem aufgrund einer verbesserten Abstimmung bei Bau- und Instandhaltungsarbeiten an der Infrastruktur sowie in­folge des Projekts PlanStart  positiv.
  • Die Reisendeninformation haben wir ins­be­son­dere durch die Installation von mehr als 2.000 Multi­zug­an­zei­­gen  sowie eine Optimierung der Infor­ma­tions­­vermittlung digitaler Medien verbessert. Auch die Qualität unserer Verspätungsprognose konnten wir steigern.
  • Die Fahrzeugqualität konnten wir maßgeblich durch das Programm RESET verbessern.
  • Unter anderem durch eine Erhöhung der Verfügbarkeit von Aufzügen und Fahrtreppen auf über 97% bis Ende 2016 sowie 960 Maßnahmen zur Intensivreinigung von Bahnhöfen konnte die Bahnhofsqualität  deut­­lich gesteigert werden.
  • Um unser Ziel zu erreichen, bis 2020 das größte mobile WLAN-Netz in Deutschland aufzubauen, rüsten wir in Zusammenarbeit mit den Mobilfunknetzbetreibern Deutsche Telekom, Telefónica Deutschland und Vodafone unsere Fernverkehrsflotte mit neuer Hardware und Mobil­­funkrepeatern aus. Dies ist auch die Grundlage für die Einführung des kostenfreien WLAN im ICE in der 2. Klasse  und verbessert sukzessive zudem die Gesprächs­­qualität in den Zügen.

Wir treiben die Automatisierung unserer Züge weiter voran, um die Wettbewerbs­­fähigkeit der Schiene zu ver­­teidigen und auszubauen – gerade vor dem Hintergrund des autonomen Fahrens auf der Straße. Im Zentrum steht die Fragestellung, ob durch eine höhere Automatisierung unsere Züge effizienter, pünkt­­licher und zuverlässi­ger werden und welche Berufsbilder da­durch entstehen beziehungs­­weise sich weiterentwickeln.

Im Berichtsjahr haben wir eine Machbarkeitsstu­­die hinsichtlich des vollautomatischen Fahrens auf der Schiene erarbeitet und halten die technischen und rechtlichen Herausforderungen für grundsätzlich lösbar. 2017 wird der Fokus unter anderem auf Fragestel­lun­gen zur Systeminte­­gra­tion der benötigten neuen Technologien liegen. In meh­­reren Pilotprojekten im Schienenpersonen- und -güterverkehr testen wir bereits notwendige technische Module und prüfen eine Überführung in den Regelbetrieb.

Wir wollen selbstfahrende Fahrzeuge für Mobilität und Logistik nutzen. Im Zentrum steht die Fragestellung, wie der DB-Konzern durch autonome Fahrzeuge neue Angebote schaffen beziehungsweise den Betrieb effizienter machen kann.

Im Personenverkehr wollen wir selbstfahrende Kleinbusse einsetzen, um nachhaltige, kundenorientierte und nahtlose Mobilitätsketten zu organisieren. Im Güterverkehr ist unser Ziel die Vernetzung autonom fahrender Lkw auf Autobahnen sowie mehrerer Fahrzeuge innerhalb einer Kolonne (Platooning) zur Steigerung der Effizienz.

Mit mehreren Pilotprojekten wie zum Beispiel dem ersten autonom fahrenden Busverkehr in Deutschland erproben wir schon heute autonome Fahrzeuge, so auf dem Ge­­lände des Eu­­ro­­päischen Energieforums (EUREF) in Berlin und auf einem Gelände von DB Schenker in Leipzig. Kom­­plexere Piloten im öffentlichen Straßenraum folgen 2017. Der Fahrzeugherstel­­ler MAN und DB Schenker haben im November 2016 zudem eine Absichtserklärung zur Planung und Um­­setzung eines Platooning-­Pilotprojekts  unterzeichnet.

Die Digitalisierung verschärft den Wettbewerbsdruck auf den DB-Konzern und bietet uns gleichzeitig die Chance, neue datenbasierte Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Wir arbeiten intensiv an der digitalen Transformation des DB-Konzerns und schaffen Strukturen für die Reali­sierung neuer Geschäftsmodelle. Wir werden neue Geschäftsmodelle selbst oder in Zusammenarbeit mit Partnern entwickeln und vorantreiben. Zudem werden wir uns an bestehenden Geschäftsmodellen und Start-ups beteiligen.