Geschäfts- und Rahmenbedingungen
Veränderungen im DB ML-Konzern
KEINE VERÄNDERUNGEN IN ORGANEN DER DB ML AG
Im Berichtsjahr haben sich weder im Vorstand noch im Aufsichtsrat der DB ML AG Änderungen ergeben.
Mit Wirkung vom 21. September 2011 wurde das Vorstandsressort Compliance, Datenschutz und Recht in Compliance, Datenschutz, Recht und Konzernsicherheit umbenannt.
In seiner Sitzung am 14. Dezember 2011 hat der Aufsichtsrat die Bestellung für das Vorstandsmitglied für das Vorstandsressort Technik, Systemverbund und Dienstleistungen, Dr. Volker Kefer, um fünf Jahre bis zum Jahr 2017 verlängert. Die bisherige Bestellung lief bis September 2012.
ÄNDERUNGEN IN DER GESCHÄFTSFELDSTRUKTUR
Nach der Akquisition von Arriva haben wir eine Anpassung in der Führungsstruktur im Personenverkehr vorgenommen. Im Vorstandsressort Personenverkehr wurde das Geschäftsfeld DB Arriva neu eingerichtet. In diesem Geschäftsfeld sind seit dem 1. Januar 2011 alle Regionalverkehrsaktivitäten außerhalb Deutschlands gebündelt. Dazu werden sämtliche Verkehre mit internationalem Bezug, ausgenommen sind grenzüberschreitende Verkehre von und nach Deutschland, dem Geschäftsfeld DB Arriva zugeordnet.
Im Geschäftsfeld DB Bahn Regio werden dementsprechend seit dem 1. Januar 2011 ausschließlich Regionalverkehrsaktivitäten in Deutschland geführt. Das bisherige Geschäftsfeld DB Bahn Stadtverkehr ist im Geschäftsfeld DB Bahn Regio aufgegangen.
ARRIVA DEUTSCHLAND VERKAUFT
Für die Aktivitäten von Arriva in Deutschland musste der DB-Konzern gemäß den Zusagen gegenüber der EU-Kommission bis zum 11. Dezember 2010 einen rechtlich bindenden Kaufvertrag mit einem geeigneten Käufer unterzeichnen. Der Aufsichtsrat der DB AG hat am 8. Dezember 2010 dem Abschluss eines Vertrags für den Verkauf der Arriva Deutschland-Gruppe an ein Konsortium zugestimmt. Das Konsortium besteht aus der italienischen Eisenbahngesellschaft Ferrovie dello Stato als Konsortialführerin und dem Infrastrukturfonds Cube Transport SCA, Luxemburg/Luxemburg. Mit der Freigabe der Europäischen Kommission am 16. Februar 2011 zum ausgewählten Erwerber und zur kartellrechtlichen Unbedenklichkeit des Kaufs durch das Konsortium wurde der Verkauf mit Closing am 25. Februar 2011 vollzogen.
Der DB-Konzern hat damit alle Auflagen der Europäischen Kommission erfüllt, die mit dem Erwerb aller Anteile an der Arriva Plc verbunden waren.
ÜBERNAHME DER GRAND CENTRAL RAILWAY
Anfang November 2011 haben wir mit der Übernahme von 100 % der Anteile an der GCRC Holdings Limited, Bristol/Großbritannien, den britischen Schienenverkehrsbetreiber Grand Central Railway Company Limited, Bristol/Großbritannien (Grand Central Railway), übernommen. Der damit im Berichtsjahr verbundene Zahlungsmittelabfluss betrug 10 Mio. €.
Mit der Akquisition erweitern wir das Portfolio von DB Arriva um sogenannte Open-Access-Verkehre. Analog zum deutschen Fernverkehrsgeschäft betreiben Open-Access-Anbieter in Großbritannien Schienenpersonenverkehr eigenwirtschaftlich und nicht auf Basis von Verkehrsverträgen mit Bestellerentgelten.
Grand Central Railway bietet Verbindungen zwischen London und den nordenglischen Städten Bradford/Halifax und Sunderland an. Rund 700.000 Fahrgäste jährlich nutzen die Züge von Grand Central Railway. Die Akquisition ergänzt unser Portfolio in der Sparte UK Trains, das bislang aus den Franchises CrossCountry, Arriva Trains Wales und Chiltern Railways sowie den beiden Konzessionsverkehren Tyne and Wear Metro und London Overground Operations besteht.
Wir gehen davon aus, Synergien mit den bisherigen Schienenaktivitäten von DB Arriva nutzen und unser Angebot an der Ostküste Englands ausweiten zu können. Grand Central Railway wird seit dem 31. Dezember 2011 in den Konzernabschluss einbezogen und im Geschäftsfeld DB Arriva geführt.
WEITERE PORTFOLIOANPASSUNGEN
Im Rahmen weiterer kleinerer Transaktionen haben wir unter anderem Anteile an dem belgischen Logistikdienstleister Jean Heck Eupen, Transports et Logistique (Jean Heck) erworben. Jean Heck wird seit dem 30. November 2011 in den Konzernabschluss einbezogen und im Geschäftsfeld DB Schenker Logistics geführt. Der damit im Berichtsjahr verbundene Zahlungsmittelabfluss betrug 6 Mio. €.
INLÄNDISCHE DISTRIBUTION IN NORDAMERIKA RESTRUKTURIERT
DB Schenker Logistics hat im Berichtsjahr die Restrukturierung des inländischen Distributionsgeschäfts in den USA, Kanada und Mexiko beschlossen. Das US-Domestic-Geschäft wurde 2006 mit der Akquisition von BAX Global erworben. Es umfasste ein Luftfrachtnetzwerk mit bisher 20 Flugzeugen im Einsatz sowie ein umfangreiches Landverkehrsnetzwerk. Das Luftfrachtgeschäft wurde bis zum Ende des Berichtsjahres eingestellt. Das Landverkehrsgeschäft soll bis Anfang 2012 abgewickelt werden. Grund für die Restrukturierung des US-Domestic-Geschäfts war die nachhaltig schlechte Ergebnissituation infolge der schwachen konjunkturellen Entwicklung in den USA bei gleichzeitig gestiegenen Treibstoffkosten. Diese Entscheidung bedeutet keinen Rückzug aus dem nordamerikanischen Markt, auf dem DB Schenker Logistics bisher rund 3 Mrd. USD Umsatz im Jahr generiert hat. Die von der Entscheidung betroffenen Aktivitäten stehen in Summe für weniger als 10 % des amerikanischen Geschäfts von DB Schenker Logistics.
Letzte Aktualisierung: 20.11.2012
