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Innovative Technologien

Sonderprogramme des Bundes für mehr Lärmschutz an der Strecke

Dank umfangreicher Fördermittel konnten in den vergangenen Jahren viele neue Technologien erprobt und eingesetzt werden. Auch das aktuelle Programm – das Zukunftsinvestitionsprogramm – setzt dies fort und treibt so den Lärmschutz weiter voran.

Um Innovationen in Punkto Lärmschutz zu fördern, hat der Bund in den vergangenen Jahren eine Reihe von Programmen initiiert, in deren Rahmen die Deutsche Bahn neue Technologien testen und teilweise in den Betrieb aufnehmen konnte. Aufgrund beschränkter Wirksamkeit und erhöhten Instandhaltungskosten muss die Anwendung innovativer Maßnahmen im Einzelfall betrachtet werden und ist je nach Ortslage abzuwägen. Hierbei ist festzuhalten, dass die innovativen Technologien herkömmliche Lärmschutzmaßnahmen nicht ersetzen, sondern in bestimmten Fällen eine Ergänzung darstellen können. 

Das aktuellste Programm ist das Zukunftsinvestitionsprogramm, das für die Jahre 2016 bis 2018 Mittel in Höhe von rund 1 Milliarde Euro für Infrastrukturprojekte zur Verfügung stellt. Ein hoher zweistelliger Millionenbetrag fließt davon in Lärmschutzmaßnahmen. Dadurch sollen unter anderem die Umsetzung von Maßnahmen der Machbarkeitsuntersuchungen im Mittelrheintal sowie Inn- und Elbtal finanziert werden. Des Weiteren werden die Gelder auch für die Erprobung neuer Lärmschutztechniken und Forschungsprojekte benutzt (unter anderem  für die Initiative I-LENA).

Initiative I-LENA – Teststrecken für neue Lärmschutztechniken

Um das Portfolio lärmmindernder Maßnahmen an der Infrastruktur zu erweitern, hat die Deutsche Bahn gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die „Initiative Lärmschutz-Erprobung neu und anwendungsorientiert“ (I-LENA) im April 2016 ins Leben gerufen. Damit wird Herstellern von Lärmschutztechnologien ermöglicht, ihre neuesten Entwicklungen auf Teststrecken der DB zu testen. Die DB baut die Technologien ein, das Ministerium übernimmt die Kosten für

  • die bautechnische Erprobungszulassung durch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA)
  • den Einbau der zu erprobenden Technik an Teststrecken
  • die in der Testphase erfolgenden Messungen sowie
  • den Rückbau der Technik nach Abschluss der Testphase.

Gerne können sich Hersteller derzeit noch unter folgender Adresse bewerben: I-LENA@deutschebahn.com.

Den Beginn der Förderprogramme hatte das Konjunkturprogramm II markiert. Mit insgesamt 78 Millionen Euro wurden in diesem Zeitraum 13 neue Immissionsschutz-Technologien in 82 Einzelprojekten erprobt; 71,6 Millionen Euro steuerte der Bund bei, über 6 Millionen Euro kamen von der DB Netz AG. Das Bundesverkehrsministerium und die DB Netz AG stellten Ende Juni 2012 den Schlussbericht mit den Ergebnissen vor. Die erprobten Technologien zielten darauf ab, Lärm und Erschütterungen unmittelbar am Gleis oder an Brücken zu vermeiden, zu dämpfen oder abzuschirmen. Das Besondere an den Tests war, dass die Pilotprojekte von Anfang an im realen Betrieb eingesetzt wurden – und zwar an hochfrequentierten Strecken mit punktuell hohem Lärmpegeln sowie in Ortslagen, die im Rahmen des Lärmsanierungsprogramms nur passive Lärmschutzmaßnahmen erhalten hatten.

Insgesamt 7 der in diesem Rahmen erprobten Maßnahmen haben sich als vielversprechend erwiesen, was ihre lärmmindernde Wirkung angeht und stellen eine Ergänzung für den Werkzeugkasten der Deutschen Bahn zur Lärmminderung. Allerdings ist zu beachten, dass die innovativen Maßnahmen aufgrund ihrer geringeren Lärmminderungswirkung herkömmliche Schallschutzwände allenfalls ergänzen können, die herkömmlichen Maßnahmen aber nicht ersetzen können.

Innovative Technologie: Niedrige Schallschutzwand

Mit dem Infrastrukturbeschleunigungsprogramms II des Bundes sollten neue Lärmschutzmaßnahmen erprobt und an Brennpunkten eingesetzt werden. Der Schwerpunkt lag dabei auf dem hoch lärmbelasteten Mittelrheintal. Dafür investierte der Bund in den Jahren 2013 - 2014 insgesamt 26,2 Mio. EUR.

Die Auswahl der Orte erfolgte auf Basis der tatsächlichen Lärmbelastung. Durch die vorrangige Verwendung bereits im Konjunkturprogramm II erprobter innovativer Lärmminderungstechniken sollte die Lärmbelastung gesenkt und damit die klassischen Lärmschutzmaßnahmen wirksam ergänzt werden. Zudem konnten neue Lärmschutztechniken erstmalig getestet werden. Hierzu gehören u.a. die Geländerausfachung, eine vorgehängte Lärmschutzwand an einer Brücke mit offener Fahrbahn sowie bewegliche Herzstücke in Weichen. Durch das Programm konnten weitere Lärmminderungstechniken erfolgreich zur Anwendung gebracht sowie neue Techniken erprobt werden.