Zur Startseite

Erfolgsprogramm seit 1999

Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen

Um den Schienenverkehrslärm auch entlang hochbelasteter Streckenabschnitte im bestehenden Netz deutlich zu reduzieren, hat der Bund das freiwillige Lärmsanierungsprogramm aufgelegt. Seit 1999 flossen insgesamt über 1,2 Milliarde Euro des Bundes in das Programm

Der Schutz vor Verkehrslärm beim Neu- und Ausbau von Schienenwegen ist im Bundes-Immissionsschutzgesetz von 1974 geregelt. Für bereits existierende Strecken gelten diese Bestimmungen nicht. 

Lärmsanierung Stand Ende 2016

Um die Lärmsituation jedoch auch am Bestandsnetz zu verbessern, hat die Bundesregierung 1999 das freiwillige Investitionsprogramm „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes“ ins Leben gerufen. Seit Beginn der Lärmsanierung im Jahr 1999 wurden bereits rund 1.600 Kilometer Strecke saniert, über 649 Kilometer Schallschutzwände errichtet und in 56.748 Wohnungen passive Schallschutzmaßnahmen eingebaut. Damit ist bereits weit mehr als ein Drittel der insgesamt vorgesehenen Streckenabschnitte von 3.700 Kilometer Gesamtlänge saniert. Bis 2020 sollen 2.000 Streckenkilometer lärmsaniert werden.

Interaktive Grafik - Lärmsanierung an Schienenwegen des Bundes

Grafik vergrößern


Seit dem Jahr 2016  stellt der Bund mehr Mittel zur Verfügung: Bis zu 150 Millionen Euro für Lärmschutzmaßnahmen an stark belasteten Ortsdurchfahrten. Mit diesem Geld werden hauptsächlich Strecken lärmsaniert, unter anderem  können die Mittel auch für die Ausrüstung der Güterwagen mit leisen Bremssohlen verwendet werden. Da es sich um eine freiwillige Leistung des Bundes handelt, kann die DB die daraus finanzierten Maßnahmen nur im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel umsetzen. 


Absenkung Grenzwerte für die Lärmsanierung

grafik

Seit dem 1. Januar 2016 liegen die für die Lärmsanierung relevanten Grenzwerte tagsüber bei 67 dB(A) und nachts bei 57 dB(A). Mit dem Entfall des sogenannten Schienenbonus von 5 dB(A) wurde seit Anfang 2015 der Grenzwert um 8 dB(A) reduziert. Dadurch erfolgte eine Anpassung an die Werte der Straße. Zusammen mit dem BMVI erarbeitet die DB Netz AG derzeit ein neues Gesamtkonzept.

In der sogenannten Prioritätenliste der Lärmsanierung wird aufgenommen, was als sanierungsbedürftig eingestuft wird, und zwar nach der Faustregel: Je lauter eine Strecke ist und je mehr Anwohner von dem Lärm betroffen sind, desto eher wird sie in die Prioritätenliste aufgenommen. Für Gebäude, die an diesen identifizierten Streckenabschnitten stehen, können dann Mittel des Lärmsanierungsprogramms eingesetzt werden, wenn sie vor dem 1. April 1974 gebaut wurden – also vor dem Inkrafttreten des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG). Denn ab diesem Zeitpunkt hat das BImSchG die Verantwortung für den Lärmschutz den jeweiligen Kommunen und den jeweils zuständigen Bauherren oder Trägern von baulichen Anlagen wie Straßen, Wegen, Flughäfen und Schienenstrecken zugeordnet; in den neuen Ländern gilt dafür der Stichtag 3. Oktober 1990. Die Prioritätenliste der Lärmsanierung wird regelmäßig überprüft und je nach Entwicklung der Lärmsituation angepasst. Mit notwendigen Daten unterstützt die Deutsche Bahn kontinuierlich sowohl die Lärmkartierung des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) als auch die Aufstellung von Lärmaktionsplänen, die dem Ziel dienen, den Umgebungslärm so weit erforderlich zu reduzieren.

Die Regeln für die Umsetzung sind in der „Richtlinie für die Förderung von Lärmsanierungsmaßnahmen Schiene“ des Bundesverkehrsministeriums festgelegt, deren aktuelle Fassung am 01.07.2014 in Kraft getreten ist. In Wohngebieten können beispielsweise bei Überschreitung der Immissionspegel von 67 dB(A) am Tag beziehungsweise 57 dB(A) in der Nacht Lärmschutzmaßnahmen gefördert werden. Maßgeblich für die Grenzwerte ist der sogenannte Mittelungspegel: Darin werden alle Zugfahrten für einen bestimmten Tageszeitraum zusammengenommen betrachtet und als Immissionswert für das betreffende Gebäude berechnet. In den Mittelungspegel fließen Angaben zur Länge des Zuges, zu seiner Geschwindigkeit, zum Typ der Bremsbeläge sowie zur Art der Wagen ein. Bei der konkreten Maßnahmenplanung findet ein Abgleich mit der zukünftig zu erwartenden Verkehrsentwicklung, wie sie im Bundesverkehrswegeplan prognostiziert wird, statt. Der höhere Wert, entweder die Ist-Wert oder die zukünftige Belastung, bestimmt den Umfang der Minderungsmaßnahmen. Ziel der Lärmsanierung ist, dass die Werte an den Gebäudefassaden nachts weniger als 57 dB(A) und tagsüber weniger als 67 dB(A) betragen – im Inneren der Schlafräume liegen die Werte bei geschlossenem Fenster dann deutlich darunter.