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Lärmschutz Mittelrheintal

Umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen im Mittelrheintal

Die Deutsche Bahn hat im besonders von Schienenverkehrslärm belasteten Mittelrheintal Bisher hat die DB aus Bundesmitteln 11,5 Kilometer Schallschutzwände gebaut und rund 8.000 Wohnungen saniert. Nun stehen weitere Mittel zur Verfügung.

Das Obere Mittelrheintal ist in mehrfacher Hinsicht eine besondere Region: Aufgrund seiner Vielfalt an Kulturstätten zählt es seit 2002 zum UNESCO-Welterbe; europaweit findet sich kaum ein Raum, in dem es so viele schützenswerte Pflanzen- und Tierarten gibt. Zugleich ist das Tal aber auch Bestandteil einer der wichtigsten europäischen Verkehrsachsen für den Nord-Süd-Verkehr. Die Anwohner sind hierdurch einer erheblichen Lärmbelastung ausgesetzt.

Die Deutsche Bahn hat in dieser Region in den vergangenen Jahren mit 53 Millionen Euro Bundesmittel Lärmsanierungsmaßnahmen durchgeführt. Insgesamt konnten 11,5 Kilometer Schallschutzwände und passive Schallschutzvorkehrungen in rund 8.000 Wohnungen – wie beispielsweise Schallschutzfenster, Schalldämmlüfter oder spezielle Dachisolierungen – umgesetzt werden. Wo genau Lärmsanierungsmaßnahmen im Mittelrheintal durchgeführt wurden, kann der Übersichtskarte entnommen werden:

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Noch mehr Lärmschutz durch neue Technologien

Um den Lärmschutz in dieser Region noch weiter zu verbessern, hat die Deutsche Bahn im Rahmen des Konjunkturprogramms II innovative Technologien getestet: In den Bereichen Bingen, Oberwesel, St. Goar, Kaub und St. Goarshausen hat sie beispielsweise 22 Streckenkilometer mit Schienenstegdämpfern ausgestattet und zusätzlich niedrige Schallschutzwände installiert. Eine weitere regionale Lärmquelle, das Dröhnen auf der Lahnbrücke bei Koblenz, konnte sie durch den Einbau von elastischen Schienenbefestigungen erfolgreich eindämmen. Mit solchen Schienenbefestigungen können die Schwingungen auf den Brückenunterbau vermindert werden.

Insgesamt rund 28 Millionen Euro wurden im Rahmen des Infrastrukturbeschleunigungsprogramm II des Bundes in zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen investiert, davon allein knapp 13 in die weitere Lärmentlastung im Mittelrheintal. Unter anderem wurden mit diesem Geld zusätzliche Schallschutzwände in der Länge von 1,5 Kilometern gebaut. In Brey konnten auf knapp einem Kilometer außerdem Schienenstegabschirmer eingesetzt werden, die den Lärm um bis zu drei Dezibel reduzieren. In verschiedenen Orten wurden weitere dieser Abschirmer auf über 13 Kilometern Streckenlänge installiert. Weitere Entlastungen konnten durch den Ausbau von knapp 500 sogenannten Isolierstößen erreicht werden, die teilweise zu punktuellen und impulshaltigen Lärmspitzen führen können. Großflächig setzt die DB auf den Schienenstrecken im Mittelrheintal seit Ende 2013 darüber hinaus spezielle Schienenschleifzüge ein: Das so genannte High Speed Grinding sorgt für glatte Schienen und reduziert den Lärm um bis zu drei Dezibel.

Beirat Leiseres Mittelrheintal

Um den Dialog vor Ort zu intensivieren wurde im Dezember 2012 der Beirat „Leiseres Mittelrheintal“ gegründet. Er setzt sich aus Vertretern der Politik, den zuständigen Ministerien von Bund und Ländern, der Deutschen Bahn sowie Vertretern von Bürgerinitiativen  zusammen. Das Gremium tagt unter der Leitung des Lärmschutzbeauftragten der Deutschen Bahn. Er hatte sich unter anderem zum Ziel gesetzt, weitere technische Lösungen zur Lärmminderung zu ermitteln. Hierzu wurde eine Machbarkeitsuntersuchung beauftragt, deren Ergebnis die Empfehlung war, bis 2020 knapp 80 zusätzliche Lärmminderungsmaßnahmen umzusetzen. Dazu gehören beispielsweise Schienenstegabschirmungen auf einer Länge von über 110 Kilometern, Lärmschutzwände auf über 21 Kilometern, niedrige Lärmschutzwände sowie Schienenschmiereinrichtungen. Fester Bestandteil der Untersuchung war auch das von der Deutschen Bahn zusätzlich durchgeführte Schienenschleifen, das ebenfalls in der Betrachtung eingeflossen ist. Die Realisierung des Maßnahmenpaketes kostet nach derzeitigem Stand rund 68 Millionen Euro.

Regelmäßige Lärmmessungen – im Internet abrufbar

Die Deutsche Bahn betreibt zudem ein Lärmmonitoring. An zwei Messstationen im Mittelrheintal erfolgt kontinuierlich die Messung der vom Schienenverehr ausgehenden Emissionsbelastung. Die Ergebnisse werden seit Dezember 2014 veröffentlicht und sind im Internet abrufbar.