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Förderungen in Deutschland

Förderprogramm und Lärmabhängiges Trassenpreissystem schaffen Anreize

Seit 2012 fördert das BMVI die Umrüstung von Güterwagen auf leise Bremstechnologien. Die DB Netz AG erhebt seit 2013 einen Zuschlag für laute Güterzüge. Im Gegenzug erhalten Eisenbahnverkehrsunternehmen einen Bonus für den Einsatz leiser Güterwagen.

Zwei Anreizsysteme: Förderprogramm und Lärmabhängiges Trassenpreissystem

Auf dem deutschen Schienennetz verkehren noch etliche Güterwagen, die noch umgerüstet werden müssen. Die Gesamtkosten der Umrüstung für alle Wagen liegen bei rund 300 Millionen Euro. Die Belastung für DB Cargo bis 2020 liegt bei 230 Millionen Euro.

Um diese Aufgabe zu stemmen, hat der Bund Ende 2012 ein Förderprogramm aufgelegt. Danach erhalten Wagenhalter eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 0,5 Cent pro Achskilometer (bis zu 211 Euro je Achse). Davon unabhängig hat die DB Netz AG das Lärmabhängige Trassenpreissystem (LaTPS) eingeführt. Danach zahlen die Eisenbahnverkehrsunternehmen in der Netzfahrplanperiode 2016/17 für laute Güterzüge derzeit einen Zuschlag in Höhe von Prozent. Die Einnahmen aus dem LaTPS erhalten die Eisenbahnverkehrsunternehmen für den Einsatz umgerüsteter leiser Wagen als laufleistungsabhängigen Bonus (ebenfalls bis zu 211 Euro je Achse) zurück.

Nach 2020 nur noch leise Güterwagen

Das Ziel beider Anreizsysteme ist, dass ab Ende 2020 leise Güterwagen in Deutschland verkehren.

Mit der Umrüstung auf die innovative LL-Sohle sind für die Wagenhalter höhere Betriebskosten verbunden: So müssen beispielsweise vermehrt Inspektionen durchgeführt werden, es kommt zu einem höheren Radverschleiß und zu höheren Kosten durch häufigeres Radabdrehen. Vor diesem Hintergrund muss es gelingen, die Umrüstung der Wagen sicherzustellen, dabei aber die Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs nicht zu gefährden.

Förderprogramm des Bundes

Das Förderprogramm des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur gewährt seit dem 9. Dezember 2012 Wagenhaltern, die ihre Güterwagen auf leise Bremstechnologien umrüsten, eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 0,005 Euro pro Achskilometer (maximal 211 Euro pro Achse). Der Bonus wird ausgezahlt, wenn der umgerüstete Güterwagen die Grenzwerte nach der „Technischen Spezifikation für die Interoperabilität (TSI) Lärm“ einhält und der Wagenhalter den Nachweis erbringen kann, dass die Wagenbremse nach dem 9. Dezember 2012 umgerüstet wurde. Dieses Förderprogramm ist auf acht Jahre angelegt und mit maximal 152 Millionen Euro ausgestattet.

Lärmabhängiges Trassenpreissystem

Flankierend zum Förderprogramm des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur hat die DB Netz AG zeitgleich das Lärmabhängige Trassenpreissystem (LaTPS) eingeführt, das ausschließlich Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) adressiert: Ziel ist es, einen ergänzenden finanziellen Anreiz zum Einsatz leiser Güterwagen zu bieten. Die EVU erhalten für den Einsatz eines jeden umgerüsteten Güterwagens einen laufleistungsabhängigen Bonus in Höhe von 0,005 Euro pro Achskilometer (maximal 211 Euro pro Achse).

Für laute Güterzüge wird seit dem 1. Juni 2013 ein Zuschlag auf den regulären Trassenpreis erhoben, zunächst in Höhe von einem Prozent, seit Dezember 2016 beträgt dieser drei Prozent. Leise Güterzüge sind von diesem Zuschlag befreit, insofern die Güterzüge zu mindestens 90 Prozent aus leisen Güterwagen bestehen, die die Anforderungen der TSI „Noise“ erfüllen. Der Zuschlag wird im Förderzeitraum – also bis Ende Dezember 2020 – sukzessive weiter erhöht. Die Einnahmen aus dem LaTPS werden ausschließlich zur Finanzierung des Bonus verwendet, den die DB Netz AG im Rahmen des Förderprogramms auszahlt.