Deutsche Bahn

Ihre Abrechnungsbescheinigung

Kein Buch mit sieben Siegeln!

Monat für Monat erstellen wir im DB Personalservice rund 230.000 Personalabrechnungen und sorgen dafür, dass Sie als DB-Mitarbeiter Ihr Gehalt pünktlich und zuverlässig erhalten. Dabei müssen neben gesetzlichen Vorgaben auch unternehmensspezifische, tarifliche und arbeitsvertragliche Regelungen berücksichtigt werden. All diese Vorgaben spiegeln sich auch in Ihrer monatlichen Abrechnungsbescheinigung wider. Daher kann auch die DB als Ihr Arbeitgeber die Abrechnungsbescheinigung leider nicht einfacher gestalten, als sie ist. Doch wofür stehen die vielen Abkürzungen in der Abrechnungsbescheinigung? Warum steht hinter manchen Beträgen ein Minus oder ein Sternchen? Und was ist eine Lohnart?

Damit Sie den Durchblick im Abrechnungsdschungel behalten, hat Ihr DB Personalservice einige Erläuterungen für Sie zusammengestellt.


Der Kopfteil - Alle Personaldaten im Überblick 

Die linke Seite im Kopfteil der Abrechnungsbescheinigung enthält unter anderem den Namen Ihres zuständigen Entgeltbearbeiters, Ihre private Anschrift sowie das Geschäftszeichen. Das Geschäftszeichen enthält unter anderem Ihre persönliche Abrechnungsnummer. Bitte halten Sie Ihr Geschäftszeichen daher bei Fragen zur Abrechnungsbescheinigung stets bereit!

Die rechte Seite im Kopfteil der Abrechnung enthält Ihre persönlichen Daten, wie zum Beispiel:

  1. Abrechnungszeitraum
  2. Beschäftigungsbeginn, Geburtsdatum und Versicherungsnummer bei der Rentenversicherung
  3. Informationen zu Steuern und Sozialversicherung
  4. und 5. Entgeltgruppe und Bankverbindung
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1. Abrechnungszeitraum

Zeile 1 enthält wichtige Informationen zum Abrechnungszeitraum. Das Feld „Abrechnung Monat/Jahr/Nr.“ zeigt an, aus welchem Monat und Jahr die Abrechnung ist (z. B. 09.15 für September 2015).

Hinter dem Datum steht die Anzahl der Abrechnungen in diesem Monat (z. B. 09.15/1 für die erste Abrechnung im Monat September). Bei Nachberechnungen oder Korrekturen im Folgemonat erhöht sich diese Zahl fortlaufend (z. B. 09.15/2). Das Feld „Zahlungsmonat“ enthält nur bei Nachberechnungen einen Eintrag.

2. Beschäftigungsbeginn, Geburtsdatum und Versicherungsnummer bei der Rentenversicherung

Bitte beachten Sie: Der Beschäftigungsbeginn entspricht nicht Ihrem Eintrittsdatum im DB-Konzern. Abgebildet wird hier Ihr Eintritt bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber.

3. Steuern und Sozialversicherung

Zeile 3 enthält neben Ihren persönlichen Steuermerkmalen auch wichtige Informationen zur Sozialversicherung. Die Sozialversicherung setzt sich aus Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung (KRAP) zusammen. Weitere Details hierzu finden Sie im untenstehenden Schlüsselverzeichnis.

Wann gibt es Nachberechnungen?

Nachberechnungen gibt es immer dann, wenn sich zu einem späteren Zeitpunkt Änderungen an Ihrer Abrechnungsbescheinigung ergeben. Dies geschieht beispielsweise, wenn Zulagen, Sonn- und Feiertagszuschläge oder aber auch Sachbezüge und Fahrvergünstigungen nachträglich verrechnet werden. Beträge aus der Nachberechnung werden immer im aktuellen Monat ausgezahlt oder abgezogen. Eine Nachberechnung erkennen Sie zum einen daran, dass im Kopfteil Ihrer Abrechnungsbescheinigung ein Zahlungsmonat angegeben ist. Zum anderen wird auch die Angabe im Feld „Abrechnung Monat/Jahr/Nr.“ angepasst.

Bei Nebenbezügen, wie z. B. Samstagszulagen, wird im Abrechnungsfeld auch die Nebenbezugsart genannt (z. B. N015). Geben Sie bei Fragen zu Ihren Nebenbezügen die Nebenbezugsart an. Ihr zuständiger Entgeltbearbeiter hilft Ihnen gerne weiter.

KRAP-Schlüsselverzeichnis

Die Sozialversicherung setzt sich aus Kranken-, Renten,- Arbeitslosen- und Pflegeversicherung (KRAP) zusammen. Was sich hinter den jeweiligen Zahlen verbirgt, sehen Sie hier in der Tabelle.

Das Abrechnungsfeld - Mehr als nur Zahlen 

Das Herzstück Ihrer Abrechnung ist das Abrechnungsfeld. Hier finden Sie alle Bruttobezüge, Zulagen und Zuschläge sowie gesetzliche und persönliche Abzüge. Das Abrechnungsfeld ist in mehrere Spalten unterteilt.

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1.Bezeichnung und Lohnart

Die Spalten „Bezeichnung“ und „Lohnart“ enthalten die Bezüge und Abzüge mit der dazugehörigen Lohnart. Ob Umlagen, Zulagen, Freibeträge oder Arbeitgeberanteile bei vermögensbildenden Leistungen – alle Einzelbeträge und Zwischensummen gehören zu einer bestimmten Lohnart. Die Lohnarten schaffen Transparenz bei der Abrechnung, denn durch die Lohnartennummern lässt sich zu jedem Zeitpunkt genau zurückverfolgen, welche Beträge warum gezahlt wurden. Darüber hinaus bilden die Lohnarten auch tarifliche Regelungen oder Regelungen für verschiedene Unternehmensbereiche, Mitarbeitergruppen etc. ab.


Hätten Sie gedacht, ...

... dass es aufgrund der vielen Konzerngesellschaften im DB-Konzern rund 14.000 verschiedene Lohnarten gibt? Die Vielzahl der Lohnarten macht es unmöglich, ein verständliches und kompaktes Lohnartenverzeichnis zur Verfügung zu stellen. Bei Fragen hierzu hilft Ihnen Ihr zuständiger Entgeltbearbeiter im DB Personalservice gerne weiter!


2. Anzahl, Prozent und Faktor

Wenn Sie eine Zulage erhalten, ist in der Spalte „Anzahl“ die Einheit für die Berechnung der Zulage (z. B. Stunden, Tage etc.) angegeben. Die Spalte „Faktor“ enthält die dazugehörigen Euro-Beträge, mit denen die Anzahl der Einheiten verrechnet wird. In der Spalte „Prozent“ steht der Prozentsatz für die Berechnung von Sozialversicherungsabgaben (z. B. Beitragssatz zur Rentenversicherung 9,35 %). Die Beiträge zur Sozialversicherung ergeben sich aus gesetzlichen Vorgaben sowie der Satzung der Knappschaft-Bahn-See.

3. Betrag

Die Spalte „Betrag“ enthält sämtliche Einzelbeträge und Summen, die abgezogen oder hinzuaddiert werden. Wird beispielsweise eine gesetzliche Leistung von Ihrem Bruttobetrag abgezogen, steht hinter dem entsprechenden Posten ein Minuszeichen. Am Ende eines jeweiligen Abrechnungsabschnitts werden Zwischensummen gezogen. Sie können diese ganz einfach von den Einzelbeträgen unterscheiden, denn eine Zwischensumme ist immer mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet.

4. St/SV

In der Spalte „St/SV“ werden steuer- und sozialversicherungspflichtige Beträge gekennzeichnet. Ein Abkürzungsverzeichnis finden Sie im Fußteil Ihrer Abrechnungsbescheinigung.

5. ab Mon. 01

In der letzten Spalte „ab Mon. 01“ werden alle Beträge aufgelistet, die seit Jahresbeginn angefallen sind. Summierte Arbeitgeberanteile sind mit dem Kürzel „Arbg.“ gekennzeichnet. Wenn Sie Ihr Arbeitsverhältnis später im Jahr aufgenommen haben, steht in der Spaltenüberschrift der entsprechende Einstellungsmonat.

Der Fußteil - Alles auf einen Blick

Im Fußteil der Abrechnungsbescheinigung werden alle laufenden Bezüge, einmalig gezahlte Beträge (EGA) sowie Monats- und Jahressummen angezeigt. Darüber hinaus enthält dieser Abschnitt auch weitere persönliche Angaben wie beispielsweise Ihre Steueridentifikationsnummer oder den Namen der Krankenkasse, an die die Beiträge zur Sozialversicherung abgeführt werden.

Betriebliche Altersvorsorge: Das Rentenplus-Modell

Sie haben die Möglichkeit, pro Jahr einen gesetzlich festgelegten Betrag steuer- und sozialabgabenfrei in einen Pensionsfonds einzuzahlen. In diesem Jahr liegt der Betrag bei insgesamt 3.216 Euro. Diese Grenze gilt gesamthaft für Arbeitgeber- und der Arbeitnehmerbeiträge in den Pensionsfonds, d.h. beide Beträge werden zusammengerechnet.

In Ihrer Abrechnungsbescheinigung finden Sie ab Juli 2019 mehrere Positionen:

DEVK Pensionsfonds:
Hier sehen Sie, welcher Betrag im aktuellen Monat und im aktuellen Jahr (seit Januar) in den Pensionsfonds eingezahlt worden ist.

Davon Arbeitgeber:
Hier sehen Sie, welcher Anteil davon ein Beitrag Ihres Arbeitgebers ist.

Direktversicherung:
Wenn Sie eine Direktversicherung abgeschlossen haben, werden die für die Direktversicherung aufgewendeten Beiträge steuerrechtlich von der Höchstgrenze abgezogen.

Beispiel: Wenn Sie in die Direktversicherung 500 Euro eingezahlt haben, reduziert sich der in den Pensionsfonds einzahlbare Betrag im Jahr 2019 auf 2.716 Euro (3.216 € - 500 € = 2.716 €).

Noch möglicher Betrag in diesem Jahr:
Hier wird der Betrag angezeigt, den Sie mit Stand des Abrechnungsmonats im aktuellen Jahr noch steuer- und sozialabgabenfrei in den Pensionsfonds einzahlen können. Für zukünftige Monate vereinbarte Entgeltumwandlungen oder Arbeitgeberbeiträge sind in dem Betrag noch nicht berücksichtigt. 

Wenn als noch möglicher Betrag 0 Euro angezeigt wird, bedeutet das, dass Sie in diesem Jahr keine Beiträge steuer- und sozialversicherungsfrei einbringen können, weil die Höchstgrenze von 3.216 Euro voll ausgeschöpft wurde.

Zusätzlich steht ein weiterer Betrag von 3.216 Euro für eine Einbringung von Entgelt zur Verfügung, der zwar steuerfrei, aber sozialversicherungspflichtig ist. Diese zusätzlichen 3.216 Euro können jedoch nicht für die Einbringung von Zeitguthaben aus Überzeit oder aus dem Zusatzurlaub für Wechselschicht-, Schicht- und Nachtarbeit genutzt werden.

Wie kann man Zeitguthaben in die betriebliche Altersversorgung einbringen?

Sie haben die Möglichkeit, Zeitguthaben aus Überzeit oder Zusatzurlaub für Wechselschicht-, Schicht- und -Nachtarbeit in die betriebliche Altersversorgung umzuwandeln.

Beispiel:
Sie sind Arbeitnehmer und haben einen Stundenlohn in Höhe von 17,00 Euro. Wandeln Sie eine Stunde in betriebliche Altersversorgung um, erhalten Sie für jede umgewandelte Stunde einen Bonus in Höhe von 5,00 Euro, sodass Sie insgesamt 22,00 Euro erhalten. Für die erfolgte Umwandlung in den DEVK-Pensionsfonds erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber dann noch einen zusätzlichen Bonus von 10% auf den Gesamtbetrag – insgesamt also 24,20 Euro.

Wert der umgewandelten Stunde:

17,00 Euro

Bonusleistung pro Stunde:

5,00 Euro

Summe:

22,00 Euro

Weiterer 10%iger Bonus für die Umwandlung:

2,20 Euro

Einzahlung in den Pensionsfonds:

24,20 Euro


Auszahlung bei Überschreiten der 4%-Grenze durch die Zeiteinbringung

Eine Einbringung der oben genannten Zeiten ist gesetzlich nur bis 4% der Beitragsbemessungsgrenze West (im Jahr 2019 in Höhe von 3.216,00 €) möglich. Mehrzeiten, die diese Grenze überschreiten, werden an Sie ausgezahlt - und zwar inklusive des 5-Euro-Bonus pro Stunde, allerdings ohne den 10-Prozent-Bonus, da keine Umwandlung erfolgt.  

Beispiel:
Im Kalenderjahr haben Sie bereits 2.006,00 Euro eingezahlt, sodass nur noch 1.210 Euro für weitere Zeiteinbringungen zur Verfügung stehen (3.216,00 € - 2.006,00 €).


Angenommen Sie wandeln bei einem Stundensatz von 17 Euro noch 70 Stunden um, so ergibt sich folgende Rechnung:

Wert von 50* umgewandelten Stunden:

850,00 Euro

Bonusleistung (5,00 Euro pro Stunde):

250,00 Euro

Zwischensumme:

1.100,00 Euro

10% Bonus auf die Summe:

110,00 Euro

Summe:

1.210,00 Euro

 * In diesem Fallbeispiel können nicht mehr als 50 Stunden eingebracht werden, denn 1.210 Euro ÷ 24,20 Euro = 50.
Insgesamt werden also 20 der beantragten 70 Stunden ausgezahlt, da Sie den Höchstbetrag überschreiten.


20 Stunden der beantragten 70 Stunden müssen ausgezahlt werden, weil sie den Höchstbetrag überschreiten:

Wert  der 20 umgewandelten Stunden:

340,00 Euro

Bonusleistung für 20 Stunden (5,00 Euro pro Stunde):

100,00 Euro

Summe:

440,00 Euro

Auszahlung: 440,00 Euro brutto (abzüglich Steuern und Sozialversicherungsbeiträge)


Hinweis für beurlaubte Beamte
Wir weisen beurlaubte Beamte darauf hin, dass eine arbeitgeberfinanzierte Leistung zur betrieblichen Altersversorgung negative Auswirkungen auf die Anerkennung von Zeiten der Beurlaubung als ruhegehaltsfähige Dienstzeit haben kann. Unter einer arbeitgeberfinanzierten Leistung sind auch Zuschüsse des Arbeitgebers im Rahmen der Umwandlung von Zeitguthaben in einen Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge zu verstehen. Wir empfehlen Ihnen daher dringend, vor einer solchen Umwandlung konkrete Auskünfte zu den versorgungsrechtlichen Auswirkungen bei der für Sie zuständigen Dienststelle des BEV einzuholen.


Hinweis für Arbeitnehmer, die in der Rentenzusatzversicherung der Knappschaft-Bahn-See (KBS) pflichtversichert sind (vor 1994 eingestellte Arbeitnehmer der Deutschen Bundesbahn):
Bitte beachten Sie, dass eine Entgeltumwandlung in den Pensionsfonds die Höhe der steuerfrei zahlbaren Beiträge für die Rentenzusatzversicherung der KBS (ehem. BVA Abteilung B) reduziert. Allerdings wird dafür später die Rentenleistung der KBS aus diesen Beiträgen mit dem günstigeren Ertragsanteil niedriger besteuert.
Bei Fragen hierzu wenden Sie sich bitte an den für Sie zuständigen Versichertensprecher. Eine Liste der Versichertensprecher finden Sie auf DB Planet unter: db.de/rentenplus


Gut zu wissen:
Aktuell läuft der konzernweite Rollout des :::bitkasten - das digitale Mitarbeiterarchiv der Bahn. Sobald Ihr Geschäftsfeld ausgerollt ist, finden Sie einen QR-Code zur Anmeldeseite auf Ihrer monatlichen Abrechnungsbescheinigung. Registrieren Sie sich und erhalten Sie Ihre Personalpost vom DB Personalservice künftig papierlos direkt in den :::bitkasten - sicher, bequem und ressourcenschonend. 
 

Sie haben Fragen?
Bei Fragen zu Ihrer Abrechnungsbescheinigung steht Ihnen Ihr zuständiger Entgeltbearbeiter gerne zur Verfügung. Die Kontaktdaten Ihres persönlichen Ansprechpartners finden Sie links im Kopfteil der Abrechnungsbescheinigung. Bitte halten Sie bei Rückfragen Ihr Geschäftszeichen bereit (s. Kopfteil)!