Deutsche Bahn

Internationalisierung des Einkaufs

Unser Weg zur Realisierung hoher Einsparpotenziale

Mit Schenker Logistics und Arriva konnte die Deutsche Bahn zwei internationale Schwergewichte mit zusammen über 18 Milliarden Euro Umsatz in den Konzern integrieren. Beide Unternehmen generieren ihren Umsatz überwiegend außerhalb Deutschlands – eine Herausforderung für den Einkauf der Deutschen Bahn und damit auch für uns.

Die zwei zentralen Fragen waren:

  1. Wie können wir das Beschaffungsvolumen bündeln, um signifikante Kostenvorteile zu realisieren?
  2. Wie können wir durch Beschaffungsverlagerung hin zu internationalen Märkten und Lieferanten neben Kostenvorteilen auch neue Innovationspotenziale erschließen?

Die Fragen haben wir in zwei Teams parallel bearbeitet. Im ersten Schritt ging es um mehr Transparenz hinsichtlich der Beschaffungsvolumina in den Warengruppen sowie deren Eignung zu internationaler Bündelung und Verlagerung. Anschließend haben wir in sogenannten "Hebel-Workshops" die konkreten Einsparpotenziale ermittelt und zu einem Business Case verdichtet – mit tatkräftiger Unterstützung von Experten aus Zentraleinkauf, beteiligten Unternehmen sowie Beschaffungsmarktspezialisten für China und Indien. Schon zu diesem Zeitpunkt identifizierten wir relevante Ansatzpunkte zur Kostensenkung. Nach der Verabschiedung des Business Case im Lenkungskreis haben wir die ersten Umsetzungsprojekte gestartet. 

Hebelwirkung durch Bündelung und Verlagerung

Unsere Hebel-Workshops zahlten sich aus: Durch Bündelung und Verlagerung kann dauerhaft ein hoher zweistelliger Millionenbetrag eingespart werden. Für die Warengruppen mit dem höchsten Einsparpotenzial wurden sogenannte internationale Beschaffungsteams gebildet. Diese Teams erarbeiten Warengruppen- und Verhandlungsstrategien und setzen diese um. Das zweite Standbein unserer Lösung: Aufbau von Know-how in internationalen Beschaffungsmärkten und Bereitstellung über eine Intranet-Plattform. Damit haben wir eine wesentliche Voraussetzung zur Beschaffung priorisierter Produkte in Low Cost Countries geschaffen.

Beteiligte involvieren, Warengruppen differenzieren

Die Herausforderung bei einem solchen Projekt liegt nicht nur in der fachlichen Umsetzung. Um zwei Konzernunternehmen von einem Gesamtkonzept zu überzeugen, das erhebliche interne Kooperation erfordert, müssen alle Beteiligten unter Berücksichtigung der jeweiligen Unternehmenskultur und auch der regionalen Kulturen „mitgenommen“ werden. Dabei ist wichtig, dass die Bündelung nur bei eindeutig unternehmensübergreifenden Warengruppen wie zum Beispiel IT-Hardware erfolgt. Die Einkaufsverantwortung für weitgehend individuelle Warengruppen wie Trucks für Schenker Logistics sollte dagegen weiterhin bei der jeweiligen Gesellschaft verbleiben, um aufwendige Abstimmungen zu vermeiden.