Kollaboratives Arbeiten als Qualitätskriterium von BIM

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Artikel: Kollaboratives Arbeiten als Qualitätskriterium von BIM

BIM wird immer wieder als „Arbeitsmethodik“ bezeichnet und regelmäßig erfolgt der Hinweis, dass BIM mehr ist als die Arbeit mit neuen IT-Tools. Warum eigentlich?

BIM bietet uns mit seinen technischen Werkzeugen die Möglichkeit, über eine neue Ausgestaltung der Zusammenarbeit der Beteiligten zu noch besseren Ergebnissen zu gelangen. Hier spricht man von „kollaborativer Zusammenarbeit“ oder kurz „Kollaboration“.

Unter Kollaboration hinsichtlich BIM verstehen wir eine synchronisierte, digital gestützte und koordinierte Zusammenarbeit, bei der die Beteiligten von Anfang an versuchen gemeinsam Lösungen zur Zielerreichung zu entwickeln. Dies geht noch über eine Kooperation hinaus.

Kollaboration_Pyramide
Abb.: DB Netz AG, I.NIG 13

Wenn wir es schaffen, die verschiedenen Tools intelligent als Basis für den Austausch mit den Projektbeteiligten zu nutzen, können wichtige Arbeitsschritte und -teilergebnisse zu frühen Zeitpunkten aufeinander abgestimmt werden, womit sich die Qualität der Ergebnisse erhöht. Zugleich steigt das qualitative Gefühl der Zusammenarbeit nachweisbar an.

Kollaboration_Nutzen_Gefühl
Abb.: DB Netz AG, I.NIG 13

Stärker verzahnte Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten – intern und extern

Ermöglicht wird die neue Form der Zusammenarbeit durch kollaborative Technik wie beispielsweise die gemeinsam genutzte Datenplattform, genannt CDE (Common Data Environment) und Softwarelösungen wie MS Teams. Doch Technik ist nur ein Bestandteil kollaborativen Arbeitens. Um die Potenziale, die BIM bietet, tatsächlich auszuschöpfen, braucht es ein gemeinsames Verständnis, wie in Zukunft das Zusammenspiel aller Projektpartner erfolgen soll – sozusagen eine kollaborative Kultur.

Kollaboration_Technik+Kultur
Abb.: DB Netz AG, I.NIG 13

Während wir früher vorwiegend mit Kollegen aus dem eigenen Bereich zu tun hatten  und oft nur die Übergabe der Arbeitsergebnisse den Kontakt zu anderen Bereichen oder Projektpartnern prägte, arbeiten wir in Zukunft mit der BIM-Methodik mit allen am Bauwerk Beteiligten enger zusammen. Kollaboration führt zu einem Ergebnis, welches keiner der Beteiligten allein hätte erzielen können. Hierbei werden wechselseitige Fähigkeiten zum gemeinsamen Nutzen gestärkt. Kollaboration zielt auf Synergieeffekte und Innovation.

Die verschiedenen Beteiligten wie das Projektmanagement auf Seiten der DB Netz AG, die Planungsbüros und bauausführenden Firmen und der spätere Anlagenbetreiber haben bei den Aspekten Termine, Kosten und Qualität zum Teil unterschiedliche Interessen. Um ein BIM-Projekt in Zukunft möglichst erfolgreich umzusetzen, muss die Summe der verschiedenen Interessen im Projekt - soweit möglich - in Einklang gebracht und verwirklicht werden. Damit das funktioniert, brauchen wir gemeinsame Spielregeln und ein hohes Maß an Kommunikation, um regelmäßig die Qualität der Zusammenarbeit zu überprüfen, zu besprechen und damit etwaige Probleme zu vermeiden. Beteiligen sich alle daran, schaffen wir gutes Vertrauen über die Bereichsgrenzen hinaus und eine positive kollaborative Kultur.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat die DB Netz AG Standards für die BIM-Methodik entwickelt, die eine wesentliche Grundlage für Kollaboration bilden.


Die Spielregeln für gemeinsames Arbeiten sind bei BIM Vertragsbestandteil

Kollaboratives Arbeiten wird erfolgreich, wenn sich alle an grundlegende Vereinbarungen halten. Diese werden u.a. durch die AIA (Auftraggeber-Informations-Anforderungen) und den BAP (BIM-Abwicklungsplan) exakt formuliert und vertraglich besiegelt. Danach richten sich alle im Projekt und sorgen für einen reibungslosen, gemeinsamen Projektablauf.


Von Anfang an gemeinsam

Kollaboration bei BIM beginnt bereits bei den Projektauftaktveranstaltungen. Gemeinsam festzulegen, wie man startet, ist nicht nur inhaltlich wichtig, sondern stärkt auch das „Wir-Gefühl“ innerhalb des Projekts. Die Projektmitglieder lernen sich kennen, manche arbeiten das erste Mal miteinander. Aber auch die Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber, dem späteren Betreiber und den Auftragnehmern wird beleuchtet und initiiert. So werden die Erfordernisse einer eng verzahnten Zusammenarbeit gemeinsam ausgestaltet.

Ein wesentliches Kernelement der BIM-Methodik sind die regelmäßig stattfindenden Planungsbesprechungen am virtuellen Modell, die sog. Virtual Design Reviews. Hier werden die Vereinbarungen aus den Projektauftaktveranstaltungen fortlaufend gelebt. Man bespricht den aktuellen Projektstand, was folgt und wo mögliche Herausforderungen lauern. Diese Reviews bieten eine hohe Transparenz mit einer durch die digitale Technik besseren Informationslage.


Das technische Herz von BIM ist die CDE

Die CDE ist eine gemeinsam genutzte Datenumgebung und damit die zentrale Informationsquelle für alle im Projekt beteiligten Kollegen. So ist gewährleistet, dass jeder mit Zugriff auf die CDE stets mit den aktuellen Daten arbeitet.

Hierbei ist eine strukturierte und nachvollziehbare Bearbeitung von Aufgaben und klare Verantwortlichkeiten wichtig. Diese werden durch Workflows beschrieben. Die Koordination und Kommunikation zwischen Gewerken, Auftragnehmer und Auftraggeber wird hierdurch verbessert. Somit bildet die CDE mit ihren Standards die datenbasierte Grundlage für die Kollaboration untereinander.


Kollaboration nutzt nicht nur dem BIM-Projekt

Die durch die BIM-Methodik erforderliche Kollaboration bringt nicht nur innerhalb des Projekts, sondern auch für die DB Netz und ihre Partner viele Vorteile. Kollaboration macht außerdem Spaß und verbreitet ein gutes Arbeitsklima.

Machen Sie mit! Kollaboration beginnt bei jedem Einzelnen.

Kollaboration_Aufruf
Abb.: DB Netz AG, I.NIG 13