Informationen zur aktuellen Tarifrunde bei der Deutschen Bahn

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Informationen zur aktuellen Tarifrunde bei der Deutschen Bahn

Auf dieser Seite finden Sie aktuelle News und Hintergrundinformation zum tarifpolitischen Geschehen bei der DB.

Die aktuelle Tarifrunde bei der Deutschen Bahn unterscheidet sich von allen vorherigen: Zum einen befindet sich das Unternehmen Corona-bedingt in der schwersten wirtschaftlichen Krise seiner Geschichte. Zum anderen gilt seit dem 1. Januar erstmals das Tarifeinheitsgesetz (TEG), das die Anwendung von Tarifverträgen im Falle von Tarifkollisionen regelt.

News vom 16. April 2021


Verhandlungen zwischen DB und GDL werden am 28. April fortgesetzt

Personalvorstand Seiler: „Wir brauchen ein Gesamtpaket, das in die Zeit hoher Corona-Schäden passt.“ • DB kündigt für zweite Runde Lösungsvorschläge an

Die Presseinformation ist hier nachzulesen


Aktuelle O-Töne von DB-Personalvorstand Martin Seiler zum Verhandlungsauftakt mit der GDL:


News vom 15. April 2021


Tarifrunde 2021: Verhandlungsstart zwischen DB und GDL 

Verhandlungsauftakt am Freitag in Berlin • Personalvorstand Seiler: „Wir brauchen ausgewogene Lösungen im Interesse der Beschäftigten und Reisenden“ • Existenz der GDL steht nicht in Frage

Die Presseinformation ist hier nachzulesen. 

News vom 26. März 2021


DB fordert GDL zu Verhandlungen auf - Im Interesse der Kunden Klarheit schaffen 

Personalvorstand Seiler: DB will zügige Einigung am Verhandlungstisch und alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Betriebsfrieden zu sichern - DB schlägt vorsorglich Schlichtungsabkommen vor 

Die Presseinformation ist hier nachzulesen.

News vom 18. März 2021


Tarifeinheitsgesetz: Mehrheitsverhältnisse in Betrieben stehen fest

DB setzt ab April Tarifeinheitsgesetz um • 55 Betriebe mit EVG-Mehrheit, 16 Betriebe mit GDL-Mehrheit • Personalvorstand Seiler: „Umsetzung des TEG ist gesetzliche Pflicht“

Die Presseinformation ist hier nachzulesen. 

News vom 5. März 2021


Die DB erklärt zur GDL-Presseinformation, in der Forderungen für die Tarifrunde 2021 ankündigt werden:

Eine DB-Sprecherin: „Wir haben die GDL-Forderungen noch gar nicht bekommen. Sobald sie uns vorliegen, werden wir uns diese sehr genau anschauen. Bereits beim Blick auf die Presseinformation zeigt sich jedoch: Das gesamte Forderungspaket ist völlig überzogen und maßlos. Anstatt Verantwortung zu übernehmen, leugnet die GDL nach wie vor die Corona-Schäden. Wir fordern die GDL erneut auf, endlich mit den Verhandlungen zu beginnen.“

News vom 1. März 2021


Videostatements von DB-Personalvorstand Martin Seiler

Martin Seiler zu den auslaufenden Tarifverträgen der GDL:


Aktueller Sachstand zur Tarifrunde

Die Tarifrunde mit der EVG wurde mit der Einigung auf ein Corona-Tarifpaket im September 2020 abgeschlossen. Ziel war es, in der größten wirtschaftlichen Krise seit Bestehen des Unternehmens Beschäftigung zu sichern und langfristige, strukturelle Schäden zu vermeiden. Mit dem vereinbarten Paket haben sich die Tarifparteien auf moderate Lohnsteigerungen sowie die Erweiterung des Kündigungsschutzes und die Fortsetzung der Einstellungsoffensive verständigt.

Die GDL hat zum 31. Dezember 2020 bzw. zum 28. Februar 2021 alle maßgeblichen Tarifverträge mit der DB gekündigt. Zuvor hatte sich die GDL verweigert, dem von der Bundesregierung initiierten „Bündnis für unsere Bahn“ beizutreten.

Aktueller Sachstand zum Tarifeinheitsgesetz

Bei der DB verhandeln zwei Gewerkschaften, die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Tarifverträge für teilweise die gleichen Berufsgruppen.

Ende 2020 ist eine tarifliche Vereinbarung ausgelaufen, die in der Vergangenheit garantiert hat, dass für diese Berufsgruppen die Regelungen beider Gewerkschaften angewandt wurden. Die DB hat beiden Gewerkschaften Gespräche über eine Vereinbarung zu einer geordneten Koexistenz angeboten. Bis es eine Einigung für eine solche Regelung gibt, muss das TEG umgesetzt werden.

Im Video: Darum geht es beim Tarifeinheitsgesetz


Presseinformationen zum Tarifeinheitsgesetz (TEG)

18.03.2021: Tarifeinheitsgesetz: Mehrheitsverhältnisse in Betrieben stehen fest

23.02.2021: Deutsche Bahn kritisiert Blockade-Haltung der GDL

17.02.2021: Deutsche Bahn ruft Gewerkschaften zur Zusammenarbeit bei der Umsetzung des Tarifeinheitsgesetzes auf


Presseinformationen Tarifverhandlungen mit der GDL

26.03.2021: DB fordert GDL zu Verhandlungen auf - Im Interesse der Kunden Klarheit schaffen

07.03.2021: DB: GDL fordert 46 Prozent

27.01.2021: Deutsche Bahn ruft GDL zu Tarifverhandlungen auf

18.11.2020: DB: Haltlose Behauptungen der GDL

11.11.2020: Schlichtung: GDL verweigert Lösung in der Krise

22.10.2020: Schlichtung beginnt: DB und GDL verhandeln über Beitrag zur Bewältigung der Corona-Schäden

07.10.2020: Deutsche Bahn leitet Schlichtung mit GDL ein


Presseinformationen Tarifverhandlungen mit der EVG

17.09.2020: DB und EVG: Einigung auf Corona-Tarifpaket

26.05.2020: Deutsche Bahn schließt Bündnis mit Bund, Gewerkschaft und Konzernbetriebsrat – Gemeinsam gegen Corona


Fragen und Antworten zum Tarifeinheitsgesetz (TEG) 


1. Was ist das TEG und warum wird es gerade jetzt umgesetzt?

Das Tarifeinheitsgesetz (TEG) gibt es seit 2015. Es beinhaltet Regelungen, um Tarifkollisionen zu vermeiden. Tarifkollisionen entstehen, wenn mehrere Gewerkschaften für dieselben Berufsgruppen eines Unternehmens Tarifverträge aushandeln und sich diese Verträge unterscheiden. Dem Gesetz zufolge muss innerhalb eines Betriebs dann für alle Beschäftigten derselbe Tarifvertrag angewandt werden - und zwar der Tarifvertrag der Gewerkschaft, die in diesem Betrieb die meisten Mitarbeitenden vertritt. Ende 2020 ist eine tarifliche Vereinbarung ausgelaufen, die in der Vergangenheit garantiert hatte, dass die Regelungen beider Gewerkschaften angewandt wurden. Solange es keine andere Vereinbarung mit den beiden Gewerkschaften gibt, muss nun das TEG umgesetzt werden. 
 
2. Wen betrifft das TEG?

Bei der DB in Deutschland betrifft das TEG zur Zeit 71 der rund 300 Wahlbetriebe, und dort ausschließlich die Berufsgruppen, für die sowohl die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) als auch die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) Tarifverträge verhandeln, also: Lokführer*innen, Lokrangierführer*innen, Zugbegleiter*innen, Bordgastronom*innen und Disponent*innen.  Folgende Gesellschaften sind betroffen: DB Fernverkehr AG, DB Regio AG, DB RegioNetz Verkehrs GmbH, DB ZugBus Regionalverkehr, Alb-Bodensee GmbH (RAB) – Bereich Schiene, S-Bahn Berlin GmbH, S-Bahn Hamburg GmbH, DB Cargo AG. 
 
3. Wie wird das TEG bei der DB umgesetzt?

Aus technischen und organisatorischen Gründen wird das TEG schrittweise in den betroffenen Betrieben umgesetzt werden. Zunächst hat die DB die Mehrheitsverhältnisse der Betroffenen Betriebe analysiert (siehe Frage 4). Nach und nach werden nun die einzelnen Regelungen so angepasst, dass zum Ende des Prozesses in den betroffenen Bereichen nur noch der Tarifvertrag der jeweiligen Mehrheitsgewerkschaft gilt. Die konkreten Auswirkungen des TEG sind je nach Betrieb und Vereinbarung sehr unterschiedlich. Es wird jedoch keine Regelung nachträglich rückabgewickelt bzw. es muss nichts zurückgezahlt werden. Umgekehrt besteht auch kein Rechtsanspruch auf eine Fortführung etwaiger Leistungen, die über die Regelungen des Mehrheitstarifvertrags hinausgehen. Über die einzelnen Schritte der Umsetzung werden die betroffenen Mitarbeitenden jeweils rechtzeitig durch ihr Unternehmen informiert. 
 
4. Woher weiß der Arbeitgeber, welche Gewerkschaft in welchem Betrieb die Mehrheit stellt?

Die DB hat aufgrund der ihr vorliegenden Daten die Mehrheitsverhältnisse analysiert. Es findet keine Wahl oder Befragung der Mitarbeitenden statt. Dazu ist der Arbeitgeber nicht berechtigt. Die betroffenen Mitarbeitenden werden rechtzeitig darüber informiert, welcher Tarifvertrag künftig für sie gelten wird.     
 
5. Wie unterscheiden sich die Verträge der beiden Gewerkschaften?

Was ändert sich für die betroffenen Mitarbeitenden? In den vergangenen Tarifrunden sind in einigen Themenbereichen wie Arbeitszeit- und Entgeltregelungen, Zulagen oder betriebliche Altersversorgung mit der EVG und der GDL unter-schiedliche Regelungen vereinbart worden. Wenn die Umstellung auf das TEG abgeschlossen ist, gelten für die betroffenen Mitarbeitenden nur noch die Vereinbarungen mit der Gewerkschaft, die im Betrieb stärker vertreten ist. Zum Beispiel gibt es in einem Betrieb mit GDL-Mehrheit künftig keinen Schutz vor Corona-bedingten Kündigungen mehr und keine Möglichkeit, das Langzeitkonto zu nutzen. In einem Betrieb mit EVG-Mehrheit besteht kein Anspruch mehr auf Regelungen zum Jahresschichtrasterplan. Weitere Unterschiede zwischen den beiden Tarifverträgen sind hier zu finden: www.deutschebahn.com/tarifinformationen. 
 
6. Will die DB mit Einführung des TEG einer Gewerkschaft schaden?

Der „Tarifvertrag Grundsatzfragen“, der garantiert hat, dass die Regelungen mit beiden Gewerkschaften gelten, ist Ende 2020 ausgelaufen. Da es keine alternativen Vereinbarungen mit den beiden Gewerkschaften gibt, greifen nun die gesetzlichen Regelungen. Das heißt: Es gilt das TEG und der Arbeitgeber muss dieses anwenden.  Damit will die DB aber keiner der beiden Gewerkschaften schaden. Im Gegenteil: Der Konzern hat die Gewerkschaften eingeladen, gemeinsam eine maßgeschneiderte Lösung zu finden. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ist dafür eine Einigung mit allen Beteiligten erforderlich.