Nach Rekordumsatz 2021: Deutsche Bahn will 2022 wieder schwarze Zahlen schreiben

Nach Rekordumsatz 2021: Deutsche Bahn will 2022 wieder schwarze Zahlen schreiben

Bilanz 2021 noch von Pandemie geprägt • Nachfrage nach der Bahn steigt wieder • DB-Chef Richard Lutz: „Die Bahn wird mehr denn je gebraucht“

Artikel: Nach Rekordumsatz 2021: Deutsche Bahn will 2022 wieder schwarze Zahlen schreiben

Bilanz 2021 noch von Pandemie geprägt • Nachfrage nach der Bahn steigt wieder • Mehr Reisende im Fernverkehr und Rekordumsatz • DB-Chef Richard Lutz: „Die Bahn wird mehr denn je gebraucht“

Die Deutsche Bahn (DB) hat beim Umsatz zweistellig zugelegt und damit das Vor-Krisen-Jahr 2019 übertroffen. Der Konzernumsatz stieg im Geschäftsjahr 2021 auf 47,3 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr will die DB operativ wieder schwarze Zahlen schreiben. Der Umsatz soll 2022 auf über 48 Milliarden Euro steigen. Die Bilanz des Jahres 2021 weist dagegen pandemiebedingt mit 1,6 Milliarden Euro noch einen operativen Verlust aus. Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich das Minus aber erheblich. Im Kerngeschäft der Bahn stieg der Umsatz insgesamt an, dabei legte auch DB Cargo wieder zu. Den größten Aufwärtstrend zeigte die Logistik-Tochter DB Schenker. In den Fernverkehrszügen der DB reisten 2021 mehr Fahrgäste als im Vorjahr.

"Die Bahn wird mehr denn je gebraucht. Jeder Fahrgast und jeder Güterzug hilft dem Klimaschutz. Die Menschen wollen Bahn fahren. Die Unternehmen wollen mehr Verkehr auf die Schiene verlagern und die Politik will diesen Weg weiter konsequent unterstützen."

Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn

Die Bahn stehe für ein „friedliches, ein freies und ein demokratisches Europa“, sagte DB-Chef Lutz. Seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine leiste sie mit der größten Hilfsaktion in der Geschichte der DB konkrete Beiträge, um das Leid der Betroffenen zu lindern. Dazu zählten Transporte von Hilfsgütern über eine „Schienenbrücke“ in die Ukraine sowie Sonderzüge, zusätzliche Busse und kostenlose Fahrkarten für Flüchtende.

Video-O-Ton Dr. Richard Lutz, DB-Vorstandsvorsitzender, zur Bilanz 2021

Das Video finden Sie hier zum Download.

  • Das Jahresergebnis verbesserte sich um fast fünf Milliarden Euro auf minus 900 Millionen Euro
  • DB Schenker erreichte mit plus 1,2 Milliarden Euro das beste operative Ergebnis ihrer Geschichte
  • Die DB setzte 2021 die Erweiterung ihrer Flotte fort und baute das Fernverkehrsangebot weiter aus
  • Rund 82 Millionen Reisende nutzten 2021 die Fernverkehrszüge der DB (2020: rund 81 Millionen)
  • Auch zu Jahresbeginn 2022 beförderte die DB mehr Fahrgäste und Güter als im Vorjahreszeitraum
Vorstand Deutsche Bahn AG

"Wir wollen ab 2022 wieder operativ schwarze Zahlen schreiben. Das ist ein ehrgeiziges, aber erreichbares Ziel."

Dr. Levin Holle, Vorstand Finanzen & Logistik der Deutschen Bahn AG


Trotz Pandemie investierte die DB so viel wie nie zuvor – für mehr Verkehr auf der Schiene, bessere Angebote für Kund:innen und klimafreundliches Wachstum. „Wir müssen mehr bauen für mehr Schienenverkehr“, so DB-Chef Lutz. Die Bruttoinvestitionen wuchsen im vergangenen Jahr um 6,8 Prozent auf rund 15,4 Milliarden Euro – eine neue Höchstmarke. Die Netto-Investitionen kletterten um 7,7 Prozent auf etwa 6,3 Milliarden Euro. Rund 95 Prozent der Brutto-Investitionen fließen in das Kerngeschäft Eisenbahn.

Nachfrage nach der Bahn steigt wieder

Der DB-Nahverkehr verzeichnet volle Auftragsbücher: Der Auftragsbestand lag zum 31.12.2021 mit einem Volumen von rund 93,6 Milliarden Euro 10,5 Prozent über Vorjahr und ist höher als vor der Pandemie. Die europäische Nahverkehrstochter DB Arriva beförderte 2021 fast elf Prozent mehr Reisende und konnte ihren operativen Verlust deutlich verringern.

Auch die Nachfrage im Schienengüterverkehr hat angezogen. DB Cargo legte 2021 gegenüber dem Vorjahr bei den beförderten Mengen um 6,3 Prozent zu und bei der Verkehrsleistung um 7,9 Prozent. Die Betriebsleistung auf dem Schienennetz der DB stieg um rund vier Prozent auf 1,1 Milliarden Trassenkilometer.

Die Logistik-Tochter DB Schenker hat sich in unbeständigen Zeiten erneut äußerst erfolgreich entwickelt und weltweit stabile Lieferketten sichergestellt. „Schenker erfreut uns zu seinem 150. Unternehmens-Jubiläum mit einem sehr guten Ergebnis: Rekordumsätze von über 23 Milliarden Euro, Rekordgewinne – und eine zukunftsweisende Strategie, mit der DB Schenker seine Wettbewerbsposition weiter verbessern wird“, sagte DB-Finanzvorstand Dr. Levin Holle.