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Zusätzlicher Lärmschutz für Anwohner

Anwohner in besonders vom Schienenverkehrslärm betroffenen Regionen werden durch zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen entlastet. Mit Machbarkeitsuntersuchungen wurden und werden technische Maßnahmen für mehr Lärmschutz an den Strecken identifiziert und umgesetzt.

Mittelrheintal

Das Obere Mittelrheintal ist in mehrfacher Hinsicht eine besondere Region: aufgrund seiner Vielfalt an Kulturstätten zählt es seit 2002 zum UNESCO-Welterbe. Zugleich ist das Tal aber auch Bestandteil einer der wichtigsten europäischen Verkehrsachsen für den Nord-Süd-Verkehr. Die Anwohner sind hierdurch einer erheblichen Lärmbelastung ausgesetzt.

Die Deutsche Bahn hat in dieser Region, gemeinsam mit dem Bund, bereits in der Vergangenheit in den Lärmschutz investiert. Im Rahmen des freiwilligen Lärmsanierungsprogramms konnten 11,5 Kilometer Schallschutzwände und passive Schallschutzvorkehrungen in rund 8.000 Wohneinheiten – wie beispielsweise Schallschutzfenster, Schalldämmlüfter oder spezielle Dachisolierungen – umgesetzt werden. Aus den Sonderprogrammen Konjunkturprogramm II und Infrastrukturbeschleunigungsprogramm II des Bundes konnten zusätzliche Schallschutzwände von rund 1,5 km gebaut sowie rund 35 Streckenkilometer mit Schienenstegdämpfer und –abschirmer  ausgerüstet werden. Großflächig setzt die DB auf den Schienenstrecken im Mittelrheintal seit Ende 2013 darüber hinaus spezielle Schienenschleifzüge ein: das so genannte High Speed Grinding sorgt für glatte Schienen und reduziert den Lärm um bis zu drei Dezibel.

Um den Dialog vor Ort zu intensivieren wurde im Dezember 2012 der Beirat „Leiseres Mittelrheintal“ gegründet. Er setzt sich aus Vertretern der Politik, den zuständigen Ministerien von Bund und Ländern, der Deutschen Bahn sowie Vertretern von Bürgerinitiativen zusammen. Das Gremium hatte sich unter anderem zum Ziel gesetzt, weitere technische Lösungen zur Lärmminderung zu ermitteln. Hierzu wurde eine Machbarkeitsuntersuchung beauftragt. Im Ergebnis sollen beispielsweise Schienenstegdämpfer auf einer Länge von über 110 Kilometern, Lärmschutzwände auf über 21 Kilometern, niedrige Lärmschutzwände sowie Schienenschmiereinrichtungen eingebaut werden. Insgesamt sollen über 70 Millionen Euro in zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen fließen.

 

Inntal

Für 10.000 Anwohner an der Bahnstrecke München-Rosenheim-Kiefersfelden wird sich die Lärmsituation spürbar verbessern. Dies ist das Ergebnis einer Machbarkeitsuntersuchung im Inntal. Auf der rund 100 Kilometer langen Strecke, die stark von Güterzügen im Zulauf auf den Brenner frequentiert wird sollen weitere 6,6 Kilometer Schallschutzwände errichtet werden. Zusammen mit dem bereits durchgeführten Lärmschutz im Rahmen der Lärmvorsorge und des freiwilligen Lärmsanierungsprogramms des Bundes schützen am Ende Schallschutzwände auf 26 stark lärmbelasteten Kilometern die Menschen gegen Schienenverkehrslärm. Auf rund vier Kilometern reduziert der Einbau so genannter Schienenstegdämpfer den Lärm direkt am Gleis.  Die Investitionen werden sich auf 13 Millionen Euro belaufen. Die ergänzenden Maßnahmen werden insbesondere in den dicht besiedelten Ortslagen von Rosenheim (knapp zwei Kilometer neue Lärmschutzwand), aber auch in Grafingoder, Kiefersfelden sowie in weiteren Gemeinden des Inntals umgesetzt. Erste Maßnahmen wie der Einbau von Schienenstegdämpfern, die keine aufwändigen Genehmigungsverfahren benötigen, könnten bereits Ende 2018 begonnen werden.

 

Elbtal

Für die Anwohner entlang der Bahnstrecken zwischen Dresden und tschechischer Grenze soll es in den nächsten Jahren leiser werden. In einer Machbarkeitsuntersuchung wurden zunächst 35 Einzelmaßnahmen identifiziert, die für zusätzlichen Lärmschutz sorgen werden. Insgesamt sollen in den nächsten Jahren Lärmschutzwände auf einer Länge von über 30 Kilometern gebaut werden. Hinzu kommen sogenannte Schienenstegdämpfer an den Gleisen auf einer Länge von knapp 35 Kilometern. Rund 12.000 weitere Anwohner werden damit erheblich vom Lärm entlastet. Der Bund, der Freistaat Sachsen und die Deutsche Bahn AG investieren über 60 Millionen Euro.

Ebenfalls Gegenstand der Machbarkeitsuntersuchung waren zwei Abschnitte in Coswig und Weinböhla bei Dresden mit einer Länge von knapp zwei Kilometern.

Die Machbarkeitsuntersuchung Elbtal wird derzeit auf Wunsch zahlreicher Kommunen überarbeitet. Die Ergebnisse sollen im Sommer 2018 vorliegen.