Deutsche Bahn Digital Ventures

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Deutsche Bahn Digital Ventures

Investitionen in die digitale Mobilität - von Ridesharing bis zum Adresssystem

Die Deutsche Bahn Digital Ventures finanziert und entwickelt neue datenbasierte Geschäftsmodelle. Neben dem Technologiefokus auf Big Data, Künstliche Intelligenz (AI) und Internet of Things (IoT) liegt das Hauptaugenmerk auf der Marktveränderungskraft, die Gründer und Technologiepartner zeigen und ihre Fähigkeit, zukunftsweisende Kundenlösungen in den drei Feldern Mobilität, Logistik und Smart City breit zu etablieren. 

Boris Kühn, einer der beiden Geschäftsführer der DB Digital Ventures:

Uns geht es insbesondere auch darum, in Innovationen zu investieren, die in Zukunft Schlüsseltechnologien für Mobilität und Logistik sein könnten. 

Die Startups erhalten nicht nur Venture-Kapital, sondern auch Zugang zu Experten, zu Daten, Kunden und Märkten – kurz: zum gesamten Netzwerk des DB-Konzerns. 

Das 2013 gegründete britische Unternehmen what3words hat die Welt in ein Raster aus 57 Milliarden 3x3 Meter großen Quadraten aufgeteilt. Den Koordinaten jedes dieser Quadrate werden einmalige Drei-Wörter-Adressen zugeordnet. Mit Hilfe von what3words können Standorte auf präzise und einfache Art und Weise kommuniziert und gefunden werden. Das bedeutet, dass es für jeden Ort weltweit eine Adresse gibt, selbst dort, wo keine Hausnummer oder Postleitzahl existiert.  Kurierdienste in Europa und den USA nutzen what3words bereits heute, um Waren schneller und punktgenau auszuliefern. In der Logistik will auch die Deutsche Bahn what3words anwenden. Große Potentiale sieht die DB zudem bei der Entwicklung autonomer Fahrzeugflotten in der öffentlichen Mobilität, da what3words eine exakte Navigation ermöglicht.

Die Konzernzentrale der Deutschen Bahn am Potsdamer Platz in Berlin ist das erste Unternehmensgebäude in Deutschland mit einer what3words-Adresse. DB-Chef Dr. Richard Lutz und what3words-CCO Clare Jones haben am 28. August 2017 einen Schriftzug mit der Drei-Wörter-Kombination „lebendig.webseiten.auflösen“ enthüllt. Der Haupteingang des BahnTowers ist über die drei Wörter schnell und einfach auffindbar.

Die 2012 in Berlin gegründete Firma Talixo bringt über eine intelligente Buchungsplattform auf neue Weise Fahrgäste und Fahrzeuge zusammen. Weil Taxi- und Mitfahrdienste weltweit höchst unterschiedlich organisiert und verfügbar sind und die Abrechnung hinterher kleinteilig und kompliziert sein kann, bündelt das Startup verschiedene Taxi- und Limousinen-Anbieter für die Kunden. Mit Talixo lässt sich ein Taxi oder eine Limousine weltweit genauso leicht buchen wie Hotels oder Flüge. Die Plattform bietet bereits heute Mobilität auf der letzten Meile in 130 Ländern und mehr als 1.000 Städten. Talixo gewährleistet überall auf der Welt gleich hohe Standards bei Qualität und Sicherheit. Buchung und Abrechnung erfolgen über ein einheitliches System.

Das 2011 gegründete Unternehmen Connected Signals aus Oregon im Nordwesten der Vereinigten Staaten beobachtet und analysiert die Rot- und Grünphasen von Ampeln und ist dank der intelligenten Verarbeitung dieser Informationen in der Lage, Verkehre optimal zu steuern - ob für einzelne Autos, autonom fahrende Flotten oder ganze Städte. Das Unternehmen nutzt Echtzeit-Verkehrsdaten und Künstliche Intelligenz, um Fahrzeuge und städtische Infrastruktur zu vernetzen. Dadurch können Staus vermieden und die Unfallgefahr gesenkt werden. Die von Connected Signals aufbereiteten Daten werden in den USA bereits von Automobilherstellern genutzt, um in aktuellen Fahrzeugmodellen die Dauer der jeweiligen Ampelphasen anzuzeigen.  

Das 2014 gegründete deutsche Unternehmen CleverShuttle ist ein Fahrdienst, der innerhalb städtischer Zentren effiziente, günstige und umweltfreundliche Tür-zu-Tür-Mobilität bietet. Der erste in Deutschland behördlich genehmigte Ridesharing-Service bringt Fahrgäste mit ähnlichen Routenwünschen zusammen und ist deshalb bis zu 40% günstiger als ein Taxi. Ein Algorithmus ermöglicht ein intelligentes Pooling und Routing. Die Autos mit Elektro-, Wasserstoff- oder Hybridantrieb fahren in Berlin,  Leipzig, Dresden,  München, Kiel und ab Januar 2020 in Düsseldorf. CleverShuttle ist insbesondere für Bahnkunden attraktiv, die bequem und umweltfreundlich zum Bahnhof oder von dort nach Hause fahren wollen.

Bildergalerie CleverShuttle

Ridecell

Das kalifornische Unternehmen will die Art und Weise verändern, wie Menschen von A nach B kommen und unterstützt Mietwagenfirmen, Automobilclubs, Städte und Transportunternehmen neue Mobilitätsdienste zu realisieren. Dafür bietet Ridecell eine intelligente Softwareplattform für den Betrieb von Carsharing, Fahrgemeinschaften sowie autonomes Flottenmanagement. End-to-End-Integration und Automatisierung garantieren, dass Ridecell-Kunden Mobilitätsdienste rasch am Markt einführen, effizient betreiben und den Umsatz über das geschäftliche Wachstum erhöhen können.

Das in San Francisco ansässige Unternehmen wurde 2009 gegründet, hat bereits 20 Millionen Fahrten vermittelt und beschäftigt ein Team von mehr als 150 Fachleuten in den Vereinigten Staaten, Europa, Asien und Australien. Das Unternehmen unterstützt Mobilitätsangebote wie ReachNow von BMW, OMNI von Volkswagen und den Carsharing-Dienst GIG des amerikanischen Automobilclubs AAA. Außerdem fördert Ridecell dynamische Shuttle-Dienste für Hochschulgelände, wie beispielsweise an der Georgia Tech und der UC Berkeley sowie für Transportunternehmen wie SouthWest Transit.

Die DB kann durch die Beteiligung an Ridecell alle Nutzungsformen für Flotten vereint auf einer Plattform anbieten - Vermietung, Ridehailing, Ridepooling oder Carsharing. Dadurch wird die Auslastung der Flotten erhöht und die Autos können den Kundenbedürfnissen folgend besser verteilt werden. Gegenwärtig werden Gespräche mit ioki und anderen Unternehmensbereichen geführt, um DB-Produkte von der Ridecell-Plattform profitieren zu lassen.

Neben der DB sind auch der Venture-Fonds von BMW sowie namhafte Silicon Valley Venture Capital Fonds investiert.

GoKid

Das New Yorker Startup GoKid macht Eltern weltweit das Leben leichter. GoKid betreibt eine Plattform zur Organisation von Fahrgemeinschaften, um Kinder miteinander sicher und pünktlich in die Schule, zum Sport oder zu anderen außerschulischen Aktivitäten zu bringen. Zuverlässigkeit und Vertrauen sind beim Transport von Kindern besonders wichtig. GoKid organisiert Familien, Freunde und Nachbarn zu Fahrgemeinschaften. Die routenoptimierten Fahrten können nur von Fahrern übernommen werden, die auch ihre eigenen Kinder mit an Bord haben. In Echtzeit lässt sich verfolgen, wann die Kinder abgeholt werden, auf welcher Route sie unterwegs sind und wann sie beim Sport oder in der Schule angekommen sind.

Über 100.000 Fahrten wurden mit GoKid bereits organisiert. Eltern sparen Zeit und Geld und schonen die Umwelt. Der Verkehr zu Stoßzeiten wird reduziert. Kommunen können mit GoKid Kinder um 90% günstiger als mit Schulbussen in die Schule bringen.

DB-Mobilitätsangebote wie ioki und CleverShuttle könnten um GoKid ergänzt und damit noch attraktiver gemacht werden. Die DB ist über die Deutsche Bahn Digital Ventures GmbH an GoKid seit Mai 2018 beteiligt.

Das Jungunternehmen war 2016 eines der zwölf Startups in der Techstars Mobility Class und hat 2018 bei dem renommierten Startup Festival South by Southwest SXSW in der Kategorie Transport gewonnen.

Die kostenlose App kann in iOS und Android unter www.gokid.mobi heruntergeladen werden.


Trillium

Die Cyber-Welt verändert sich in einem rasanten Tempo. Mobilität wird täglich digitaler und vernetzt immer mehr Daten. Das kalifornische Startup Trillium aus Sunnyvale hilft Mobilitätsunternehmen mit dieser Entwicklung Schritt zu halten. Die IoT Cybersecurity Firma hat sich auf die Datensicherung von Fahrzeugen und Fahrzeugflotten spezialisiert. Mit umfassenden Sicherheitskonzepten bietet Trillium Schutz vor Cyberangriffen für einen sicheren, vertrauensvollen und anonymen Umgang mit allen Daten im Fahrzeug- und Flottenmanagement. Die DB ist über die Deutsche Bahn Digital Ventures GmbH an Trillium seit Juni 2018 beteiligt.

Kepler

Das kanadische Startup Kepler Communications möchte das Internet der Dinge mithilfe eines Satellitennetzwerks weltweit verfügbar machen – unabhängig von Mobilfunkmasten, Ländergrenzen und Roaming-Abkommen. Kepler bringt dafür 140 Kleinsatelliten in Brotdosen-Größe in eine erdnahe Umlaufbahn. Die Satelliten ermöglichen globale Standortbestimmungen und die Übertragung von Daten, beispielsweise auch über den Zustand von Waren bei einem Transport mit Güterzügen oder LKW durch mehrere Länder. In Kombination mit den Kepler-Empfangsstationen am Boden könnten damit ab 2022 rollende Container über Sensoren in Echtzeit kommunizieren. Für Logistikkunden hieße das: Höhere Qualität entlang der Lieferkette und eine lückenlose Sendungsnachverfolgung im globalen Warenverkehr.

Coord

Coord hat seinen Unternehmenssitz in New York City und wurde 2016 gegründet. Das Unternehmen betreibt eine Mobilitätsdaten-Plattform, die die Interoperabilität von gemeinsam genutzten Transportdiensten und der städtischen Infrastruktur erleichtert. Namhafte Unternehmen wie Google, Zipcar und Mozio sind in Coord investiert, seit Oktober 2018 auch die Deutsche Bahn. Coords API-Suite hilft dabei, Transportoptionen in Smartphone-Apps, Unternehmenssoftware und autonome Fahrzeuge zu integrieren.

MANIV Mobility

Die Deutsche Bahn Digital Ventures DB DV investiert in den zweiten von MANIV Mobility verwalteten US-israelischen Risikokapitalfonds. Das zehnte Investment der DBDV ist somit auch das erste in einen Fonds.

MANIV ist ein israelischer Venture Capital Fonds, mit Sitz in den USA und Israel, der exklusiv in innovative, junge Startups im Mobilitätssektor investiert.

MANIV verfügt über ein weltweites Netzwerk und hohes internationales Ansehen. Bekannte Investoren wie Alliance Ventures, die Venture Capital Gesellschaft von Renault–Nissan–Mitsubishi oder BMW i Ventures, die Risikokapitaltochter des BMW Konzerns, sind in MANIV investiert.

Neben finanziellen Aspekten steht bei der Beteiligung an MANIV eine Partnerschaft im Vordergrund, die der DB frühzeitig Kontakt zu relevanten Startups im Mobilitäts- und Transportsektor bietet. Die Kooperation mit MANIV ermöglicht die Aktivitäten von DBDV auf dem US-amerikanischen Markt weiter auszubauen sowie Beziehungen zu israelischen Startups anzubahnen.

Das Portfolio von MANIV beinhaltet im ersten Fonds z.B. Spezialisten für autonome Fahrsysteme wie drive.ai., cloud-basierte Marktspezialisten für Fahrzeugdaten wie Otonomo oder die On-Demand-Mobilitätsplattform Ridecell, in die auch die DBDV direkt investiert ist.



Teralytics

Die DB Digital Ventures beteiligt sich an Teralytics. In den Mobilitätsanalysen des Schweizer Startups sieht die DB weitreichendes Potential für einen kundenorientierten Ausbau ihrer Angebote. Auf der Basis von Mobilfunkdaten liefert Teralytics verlässliche Informationen zum allgemeinen Verkehrsverhalten, mit denen die Nachfrage von Reisenden analysiert werden kann.

Im Fernverkehr strebt die DB eine Verdopplung der Reisendenzahl auf 260 Millionen an, im Nahverkehr will der Konzern eine Milliarde zusätzliche Kunden gewinnen. Entscheidend dafür sind vorausschauende Systeme zur Beantwortung von Fragen: Wie gestaltet sich die Nachfrage, wie muss das Zugangebot und die Mobilität auf der letzten Meile aussehen? Mithilfe von Teralytics-Analysen sollen Kapazitäten gezielt dort erhöht werden, wo sie am dringendsten benötigt werden.

Skyports

Die DB Digital Ventures beteiligt sich an Skyports. Das junge britische Unternehmen ist die zwölfte Beteiligung des Startup-Fonds der Deutschen Bahn.

Das 2017 gegründete Londoner Startup ist Entwickler und Betreiber von Drohnenlandeplätzen. Von der Ladeinfrastruktur über die Passagier- und Güterabfertigung bis zu Rechts-, Sicherheits- und Wartungsaspekten organisieren die Experten Drohneneinsätze. Für die DB stehen die weitreichenden Potentiale der Drohnentechnologie für ihre Kunden im Fokus.

In einem gemeinsamen Pilotprojekt soll erstmals der Einsatz von Drohnen in einer Logistik-Lieferkette getestet werden. Ziel ist es, Warentransporte dadurch schneller, flexibler und effizienter zu machen.

Die Weiterentwicklung der Drohnentechnologie erforscht die DB bereits in dem von der EU unterstützten Modellprojekt „Urban Air Mobility“ mit dem Testfeld in Ingolstadt. Schon seit 2015 lässt die DB selbst regelmäßig Multicopter aufsteigen, unter anderem zur Vegetationskontrolle entlang der Bahntrassen oder zur Inspektion von Brücken und Bauwerken.