Women in Rail Report: Mehr Frauen für den Eisenbahnsektor - in Deutschland und Europa

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Am 2. September fand die Abschlusskonferenz zum New Women in Rail Report statt - ein Meilenstein für die Gleichstellung im europäischen Eisenbahnsektor. Der Report bewertet die Umsetzung des 2021 von den Sozialpartnern unterzeichneten Women in Rail (WiR) Abkommens, das die Arbeitsbedingungen verbessern und den Sektor für Frauen attraktiver machen soll. Die Deutsche Bahn war dabei als Verhandlungsführerin aktiv beteiligt.

Die Zahlen im Report zeigen Fortschritte: 

  • 23 % der Bahnbelegschaft sind Frauen (2018: 21 %),  
  • 25 % ist der Frauenteil bei Neueinstellungen, 
  • über 90 % der am WiR Report teilnehmenden Unternehmen haben das Abkommen umgesetzt und Maßnahmen wie flexible Arbeitszeiten, geschlechtsspezifische Schutzausrüstung und vertrauliche Meldewege gegen sexuelle Belästigung eingeführt. 

Obwohl die Fortschritte in den einzelnen Berufsgruppen unterschiedlich ausfallen und in einigen technischen Berufen immer noch ein geringer Frauenanteil besteht (5 % bei Triebfahrzeugführer:innen und in der Instandhaltung von Schienenfahrzeugen), deutet der Aufwärtstrend bei den Neueinstellungen darauf hin, dass diese Ungleichgewichte allmählich angegangen werden. 

Die Konferenz, die mit Unterstützung der Europäischen Union in Brüssel stattfand, brachte Vertreter:innen von Eisenbahnunternehmen, Gewerkschafter:innen sowie politische Entscheidungsträger:innen, darunter auch Referent:innen der Europäischen Kommission, zusammen, um Strategien zur Fortsetzung dieser positiven Entwicklung zu diskutieren. 

Dabei betonten führende Stimmen die Bedeutung des WiR Abkommens und dessen Umsetzung:  

Der Women in Rail (WIR) Report 2025 zeigt, dass unsere gemeinsamen Bemühungen Früchte tragen. Wir freuen uns über die erzielten Fortschritte: Frauen stellen mittlerweile fast ein Viertel der Bahnbelegschaft, sind uns aber bewusst, dass noch viel zu tun bleibt, um unsere Vereinbarung vollständig umzusetzen. Die starke Beteiligung von Unternehmen und Gewerkschaften an dieser Bewertung unterstreicht das Engagement der Branche für ein integratives Arbeitsumfeld, in dem sich alle Mitarbeiter entfalten können.

Livia Spera, General Secretary der European Transport Workers' Federation (ETF)

Der Women in Rail (WIR) Report 2025 bestätigt, dass sozialer Dialog nicht nur eine bloße Pflichtübung ist, sondern ein echtes Instrument, das konkrete und messbare Ergebnisse liefern kann. Wenn Arbeitgeber und Gewerkschaften zusammenarbeiten, kann die Zusammenarbeit sinnvolle Veränderungen bei grundlegenden Fragen für die Zukunft unserer Branche bewirken. Indem wir die Rolle der Frauen im Bahnsektor stärken, stärken wir auch den Sektor selbst.

Alberto Mazzola, Executive Director der Community of European Railway and Infrastructure Companies (CER)

Das WiR-Abkommen und der Report sind ein gutes Beispiel für die Wichtigkeit des Sozialen Dialogs in den Sektoren und ein gutes Beispiel für die Gleichstellung. Bei der Gleichstellung geht es nicht nur um das Argument der Wettbewerbsfähigkeit, sonder es geht um die Menschen, die in den Unternehmen arbeiten. Der WiR-Report wird in die nächste Gender Equality Initiative der europäischen Kommission einfließen.

Eva Schultz, Mitglied der Europäischen Kommission im Kabinett von Executive Vice-President Roxana Mînzatu

Die WiR-Vereinbarung ist nur ein Puzzelteil. Vielfalt muss in allen Dimensionen gefördert und unterstützt werden. Mit dem WiR-Report tragen wir einen Teil dazu bei und das ist wichtig, denn unser Sektor ist in vielerlei Hinsicht vielfältig. Sowohl die Arbeitgebendenseite als auch auf Gewerkschaftsseite sind angespornt gemeinsam daran zu arbeiten mehr Vielfalt zu leben.

Matthias Rohrmann, Geschäftsführer AGV Move

Über das Women in Rail Abkommen 

Das Women in Rail Abkommen ist eine verbindliche sektorale Vereinbarung, die am 5. November 2021 zwischen der  Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF) und der  Gemeinschaft Europäischer Bahnen (CER) unterzeichnet wurde. Ziel des Abkommens ist es, die Arbeits- und Anstellungsbedingungen von Frauen im europäischen Eisenbahnsektor zu verbessern und den Bahnsektor als Arbeitgeberin für Frauen attraktiver zu machen.  

  1. Gleichstellungspolitik im Allgemeinen 
  2. Ausgewogene Vertretung von Frauen und Männern 
  3. Einstellung 
  4. Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben 
  5. Laufbahnentwicklung 
  6. Lohngleichheit und geschlechtsspezifisches Lohngefälle 
  7. Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und Arbeitsumfeld 
  8. Maßnahmen gegen sexuelle Belästigung und Sexismus 

Das Abkommen gilt für alle Beschäftigten von Unternehmen des Eisenbahnsektors, die der CER angehören und ist eine verbindliche sozialpartnerschaftliche Vereinbarung, die auf der rechtlichen Grundlage des Artikel 155 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) beruht. 

Gruppenfoto
Gruppenfoto
Quelle: DB AG/Katarina Raspe
Vertreter:innen der Deutschen Bahn bei der Abschlusskonferenz. V.l.n.r.: Matthias Rohrmann, Yasemin Öz, Katarina Raspe, Anne-Sophie Hoffmeister, Sarah Bahle, Monika Goth, Paula Pötschick, Vibeke Richter